Typ-2-Diabetes: Langfristig geringeres Risiko für Tod und Herzinfarkt bei früher Blutzuckerkontrolle12. November 2024 Foto: © Tatiana-Shepeleva/stock.adobe.com Eine Studie aus dem Vereinigten Königreich zeigt Vorteile für Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes (T2D), die einer intensiven Blutzuckerkontrolle (iBK; Sulfonylharnstoff oder Insulin oder bei Übergewicht Metformin) zugewiesen wurden. Zum Vergleich diente der 20-jährigen UK Prospective Diabetes Study (UKPDS) der Universität Oxford eine konventionelle BK (kBK; hauptsächlich Diät). Bei der abschließenden Nachbeobachtung 10 Jahre nach der Studie konnten anhaltende und neu auftretende Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und die Metformin-Behandlung festgestellt werden. Durch eine Verlängerung der Nachbeobachtungszeit um weitere 14 Jahre sollte nun ermittelt werden, ob diese Effekte nachlassen würden. Es wurden 5102 Patienten in die Studie aufgenommen, von denen 82,5 Prozent ursprünglich entweder einer iBK oder einer kBK zugeteilt wurden. Am Ende der insgesamt 20-jährigen Interventionsstudie traten 3277 Teilnehmer in eine 10-jährige Nachbeobachtungsphase ein. Eine erweiterte Nachbeobachtung dieser Teilnehmer erfolgte für weitere 14 Jahre. Die Forscher untersuchten 7 vorab festgelegte Outcomes auf einer Intention-to-Treat-Basis. Bis zu 24 Jahre nach Studienende gab es keine Anzeichen für ein Nachlassen der glykämischen und der Metformin-Wirkung. Eine frühzeitige iBK mit Sulfonylharnstoffoder Insulintherapie führte gegenüber der kBK zu einer Verringerung des relativen Gesamtrisikos von 10 Prozent (95 %-KI 2–17; p=0,015) für Todesfälle jeglicher Ursache, 17 Prozent (95 %-KI 6–26; p=0,002) für Herzinfarkte und 26 Prozent (95 %-KI 14–36; p<0,0001) für mikrovaskuläre Erkrankungen. Ergebnisse der Untersuchung Die entsprechenden absoluten Risikoreduktionen betrugen 2,7, 3,3 bzw. 3,5 Prozent. Eine frühzeitige iBK mit einer Metformin-Therapie führte gegenüber der kBK zu einer Verringerung des relativen Gesamtrisikos von 20 Prozent (95 %-KI 5–32; p=0,010) für Todesfälle aufgrund jeglicher Ursache und 31 Prozent (95 %-KI 12–46; p=0,003) für Myokardinfarkte. Die entsprechenden absoluten Risikoreduktionen betrugen 4,9 bzw. 6,2 Prozent. Für beide Gruppen mit iBK wurde keine signifikante Risikoreduktion für Schlaganfälle oder auch periphere Gefäßerkrankungen beobachtet, und für die Metformintherapie bestand keine signifikante Risikoreduktion für mikrovaskuläre Erkrankungen. Somit korreliert eine frühzeitige iBK gegenüber der kBK mit einem langfristig geringeren Risiko für Tod und Herzinfarkt. (bi)
Mehr erfahren zu: "Krankheit durch Übergewicht: Neues Modell sagt Risiko besser vorher als BMI" Krankheit durch Übergewicht: Neues Modell sagt Risiko besser vorher als BMI Ein internationales Forschungsteam hat ein Modell entwickelt, das auf der Basis von 20 Gesundheitswerten das Risiko für 18 verschiedene Komplikationen von Übergewicht und Adipositas vorhersagen kann – und zwar besser […]
Mehr erfahren zu: "Breite Missbilligung des Gesundheits-Sparpakets" Breite Missbilligung des Gesundheits-Sparpakets Die schwarz-rote Koalition will die Krankenkassen stabilisieren und dafür die stark steigende Milliardenausgaben bremsen. Die Gesetzespläne zur GKV-Reform sind jetzt da – und stoßen auf viele Proteste.
Mehr erfahren zu: "GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz: Kürzungen von bis zu 68.000 € pro Arzt im Jahr" GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz: Kürzungen von bis zu 68.000 € pro Arzt im Jahr Rund zwei 2,4 Milliarden Euro sollen mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz bei ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen eingespart werden. Das bedeutet ein Minus von 24.000 Euro Gesamtvergütung pro Praxis und je nach Fachrichtung […]