Typ-2-Diabetes: PFAS können das Risiko erhöhen

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Der Kontakt mit Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) kann das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen, so eine neue Studie von Forschern des Mount Sinai, USA.

Das Team führte eine Fall-Kontroll-Studie innerhalb von BioMe durch, einer großen, mit elektronischen Gesundheitsakten verknüpften Forschungsdatenbank, die die Aufzeichnungen von mehr als 70.000 Studienteilnehmern umfasst, die seit 2007 im Mount Sinai Hospital in New York City, USA, behandelt wurden. Basierend auf den verfügbaren Daten analysierte die Studie 180 Personen, bei denen kürzlich Typ-2-Diabetes (T2D) diagnostiziert worden war, und verglich sie mit 180 ähnlichen Personen ohne Diabetes. Alle Teilnehmer wurden nach Alter, Geschlecht und Abstammung zugeordnet. Die Forscher analysierten anhand von Blutproben die PFAS-Werte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „eBioMedicine“ veröffentlicht.

Aminosäurebiosynthese im Fokus

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass höhere PFAS-Werte mit einem deutlich höheren Risiko für die spätere Entwicklung von Typ-2-Diabetes verbunden sind. Im Detail heißt es in der Studie: Jeder Anstieg der PFAS-Mischung um ein Tertil war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Typ-2-Diabetes verbunden (OR [95 % KI] = 1,31 [1,01, 1,70]), wobei Perfluoroctansulfonat (PFOS) den größten Beitrag zu diesem Zusammenhang leistete. Das Team stellte außerdem fest, dass diese Zusammenhänge auf Stoffwechselunregelmäßigkeiten bei der Aminosäurebiosynthese und dem Arzneimittelstoffwechsel zurückzuführen sein könnten. Und das könnte möglicherweise zur Erklärung beitragen, wie PFAS die Fähigkeit des Körpers zur Regulierung des Blutzuckers beeinträchtigen.

„Unsere Studie ist eine der ersten, die untersucht, wie diese Chemikalien den Stoffwechsel des Körpers so stören können, dass das Diabetesrisiko steigt – insbesondere in der vielfältigen US-Bevölkerung“, kommentiert Erstautor Prof. Vishal Midya von der School of Medicine am Mount Sinai.

Exposom-Forschungsstudien gefordert

Die Forscher fordern weitere Exposom-Forschungsstudien, die Umwelt- und genetische Daten integrieren, um besser zu verstehen, wie Umweltbelastungen den menschlichen Stoffwechsel beeinflussen und zu chronischen Erkrankungen beitragen. Sie fordern außerdem größere Studienpopulationen, die sich über den gesamten Lebensverlauf erstrecken – von der Empfängnis bis ins hohe Alter –, um die Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit über die gesamte Lebensspanne und in gefährdeten Lebensphasen zu verstehen.