Zusammenhang zwischen dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom und Herzerkrankungen19. Mai 2026 Symbolbild © wladimir1804/stock.adobe.com Laut einer auf dem 28. Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag vorgestellten Studie steigt das Risiko für Herzerkrankungen bei Frauen mit dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) – selbst bei normalgewichtigen Frauen. Die Langzeitstudie ist die erste und größte Untersuchung zum Zusammenhang zwischen dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (ehemals polyzystisches Ovarialsyndrom, PCOS) und Herzerkrankungen, die in drei nordischen Ländern durchgeführt wurde. Sie unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger medizinischer Vorsorgeuntersuchungen bei den PMOS-Betroffenen. Die Ergebnisse wurden kürzlich im „European Journal of Endocrinology“ veröffentlicht. In der Studie untersuchten Prof. Dorte Glintborg von der Universität Süddänemark und dem Universitätsklinikum Odense zusammen mit Kollegen aus Finnland und Schweden 127.517 Frauen mit PMOS und verglichen sie mit 587.810 Frauen ohne PMOS im Alter von 15 bis 50 Jahren. Die Forscher begleiteten diese Frauen über einen Zeitraum von durchschnittlich zehn Jahren. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, bei Frauen mit PMOS um 32 Prozent erhöht war. Darüber hinaus hatten Frauen mit PMOS, die normalgewichtig waren (BMI < 25 kg/m²) und/oder keinen Typ-2-Diabetes hatten, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln. In den einzelnen Ländern lag das Risiko in Dänemark, Finnland und Schweden bei 37,7 Prozent, 48,6 Prozent bzw. 41,7 Prozent. Die Biologie der Krankheit beeinflusst das Herz-Kreislauf-System Obwohl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen mit PMOS in kleineren Kohorten und in einzelnen Ländern gut untersucht ist, gibt es kaum Forschungsergebnisse dazu, was bei Frauen mit PMOS geschieht, die normalgewichtig sind oder keinen Typ-2-Diabetes haben, geschweige denn in drei verschiedenen Ländern. „Im Vergleich zu früheren groß angelegten Studien fanden wir ein vergleichbares Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen mit PMOS, doch diese hatten zuvor normalgewichtige Frauen mit PMOS nicht als separate Gruppe untersucht. Die Tatsache, dass auch normalgewichtige Frauen mit PMOS ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, deutet darauf hin, dass die Biologie der Erkrankung selbst – wie beispielsweise der hohe Testosteronspiegel – das Herz-Kreislauf-System beeinflussen kann, unabhängig von Gewicht und Typ-2-Diabetes“, berichtet Glindborg. Sie erklärt weiter: „Normalgewichtige Frauen mit PMOS haben mit höherer Wahrscheinlichkeit einen höheren Blutdruck als normalgewichtige Frauen ohne PMOS – ein gut etablierter unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies könnte bedeuten, dass die hohen Testosteronspiegel, die diese Frauen im Allgemeinen aufweisen, dazu führen könnten, dass sich die Blutgefäße verengen und weniger flexibel werden, was das Herz im Laufe der Zeit belasten könnte.“ Laut der Professorin wird PMOS höchstwahrscheinlich zunehmend in verschiedene langfristige Risikomuster unterteilt werden – wie beispielsweise Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – statt die Krankheit als eine einzige, einheitliche Diagnose zu betrachten. Dadurch hegt sie die Hoffnung, jeder Frau ein präziseres Bild ihres Risikos und einen Plan geben zu können, der über die nächste Fruchtbarkeitsbehandlung hinausgeht. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema PMOS: Intervallfasten wirkt sich positiv auf den Hormonspiegel bei PCOS aus PCOS: KI identifiziert mögliche Zielgene für Nutrazeutika
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