Typ-2-Diabetes: Wie Geflügel, Wurst und rotes Fleisch das Risiko erhöhen

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Ein internationales Forschungskonsortium analysierte den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von unverarbeitetem roten Fleisch, verarbeitetem Fleisch und Geflügel und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes (T2D) anhand von Daten aus weltweiten Kohorten und harmonisierten Analyseverfahren.

Bisher zeigen mehrere Metaanalysen prospektiver Studien eine positive Assoziation zwischen dem Verzehr von Fleisch und dem Risiko für T2D. Andere Studien kamen zu dem Schluss, dass die derzeitigen Beweise zu schwach und von zu geringer Sicherheit seien, um klare Ernährungsempfehlungen zur Einschränkung des Fleischkonsums zu geben.

Geflügelfleisch wird häufig als potenziell gesündere Alternative zu rotem und verarbeitetem Fleisch angesehen, aber auch die Korrelation zwischen dem Konsum von Geflügelfleisch und T2D ist noch nicht eindeutig geklärt und bislang wenig konsistent. Die aktuellen Erkenntnisse beruhen größtenteils auf Studien europäischer und nordamerikanischer Populationen, mit heterogenen Analysestrategien und einem größeren Fokus auf rotem Fleisch.

Nun verwende das Expertenteam für eine neue Metaanalyse Daten aus insgesamt 31 Kohorten, die am InterConnect-Projekt teilnahmen. Die Kohorten stammten aus der Region Amerika (n=12) sowie aus dem östlichen Mittelmeerraum (n=2), Europa (n=9), Südostasien (n=1) und dem westlichen Pazifik (n=7). Für alle Studienteilnehmer (≥18 Jahre) wurden Daten über den Verzehr von Nahrungsmitteln und einen neu aufgetretenen T2D ausgewertet.

Die Forschenden schätzten dafür die kohortenspezifische HR und 95%-KI für jede Fleischsorte und führten eine Bereinigung um potenzielle Störfaktoren durch (einschließlich BMI). Eine weiterführende Metaregression erfolgte zur Untersuchung potenzieller Heterogenitätsquellen.

Unter 1.966.444 Erwachsenen, die für eine Teilnahme infrage kamen, wurden 107.271 T2D-Fälle während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10 (Interquartilsbereich [IQR] 7–15) Jahren identifiziert. Der mittlere Fleischkonsum über alle Kohorten hinweg betrug 0,110 g/Tag für unverarbeitetes rotes Fleisch, 0,49 g/Tag für verarbeitetes Fleisch und 0,72 g/Tag für Geflügel.

Ein höherer Verzehr jeder der 3 Fleischsorten war mit einer erhöhten T2D-Inzidenz assoziiert, mit einer HR von 1,10 (95%-KI 1,06–1,15) pro 100 g/Tag unverarbeitetem roten Fleisch (I2=61%), von 1,15 (95%-KI 1,11–1,20) pro 50 g/Tag verarbeitetes Fleisch (I2=59%) und von 1,08 (95%-KI 1,02–1,14) pro 100 g/Tag Geflügel (I2=68%).

Positive Korrelationen zwischen Fleischkonsum und T2D wurden in Nordamerika und in den Regionen Europa und Westpazifik nachgewiesen. In den anderen Regionen waren die 95%-KI breit gefächert. Es gab keine zusätzlichen Hinweise darauf, dass die Heterogenität durch Alter, Geschlecht oder BMI erklärt werden könnte.

Die Ergebnisse für den Konsum von Geflügelfleisch waren unter alternativen Modellierungsannahmen schwächer. Darüber hinaus war der Ersatz von verarbeitetem Fleisch durch unverarbeitetes rotes Fleisch oder Geflügel mit einer geringeren T2D-Inzidenz assoziiert.

Fazit
Laut dieser Metaanalyse mit sehr umfassender Evidenzbasis ist der Verzehr von Fleisch, insbesondere von verarbeitetem Fleisch und unverarbeitetem rotem Fleisch, in allen Bevölkerungsgruppen ein klarer Risikofaktor für T2D. Umso wichtiger sei es für die öffentliche Gesundheit, den Fleischkonsum zu reduzieren und dies in internationalen Ernährungsrichtlinien entsprechend zu verankern. (je)

Autoren: Li C et al.
Korrespondenz: Nicholas J. Wareham; [email protected]
Studie: Meat consumption and incident type 2 diabetes: an individual-participant federated meta-analysis of 1·97 million adults with 100 000 incident cases from 31 cohorts in 20 countries
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2024;12(9):619–630.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(24)00179-7