UKSH sucht Studienteilnehmende für das Projekt PAIN2.0 am Campus Lübeck22. Februar 2023 Bild: ©DOC RABE Media – stock.adobe.com An der wissenschaftlichen Studie PAIN2.0 nehmen bundesweit 22 Einrichtungen teil – eine davon ist das Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Lübeck. Ziel ist die frühzeitige Vermeidung einer Schmerzchronifizierung. Menschen mit wiederkehrenden Schmerzen erfahren oft keine ausreichende Behandlung. Dies kann bei Betroffenen zu einer Chronifizierung von Schmerzen beitragen, die mit erheblichen körperlichen und psychosozialen Einschränkungen bis hin zum Verlust von Arbeits- und Teilhabefähigkeit einhergehen kann. Eine solche Entwicklung zu verhindern, ist das Ziel des bundesweiten Projektes PAIN2.0, das nun auch am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) startet. Dafür sucht die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Campus Lübeck, Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. PAIN2.0 richtet sich an Erwachsene (ab 18 Jahre), die sich in ihrer Lebensführung durch Schmerzen von mehr als sechs Wochen oder durch häufig wiederkehrende Schmerzen in ihrer Lebensführung bereits eingeschränkt fühlen. „Unser Ziel ist es zu helfen, bevor der Schmerz chronisch wird“, sagt Prof. Carla Nau, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Durch das Team aus Fachexperten im Schmerzzentrum unserer Klinik wird geprüft, ob bereits erste Anzeichen auf Risikofaktoren für eine Schmerzchronifizierung vorhanden sind. Wenn diese Faktoren erfüllt sind, können die Betroffenen in die wissenschaftliche Studie einbezogen werden und erhalten ein Therapieangebot.“ „Unser interdisziplinäres Therapiekonzept orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Prävention von chronischen Schmerzen, die vor allem durch eine Kombination aus Wissensvermittlung und körperlichen Übungen erreicht werden können“, sagt Studienleiterin Dr. Laura Thedieck, Fachärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. In der Gruppentherapie arbeiten die Berufsgruppen aus Medizin, Psychologie und Physiotherapie eng zusammen, d.h., sie leiten die Gruppe gemeinsam. PD Dr. Ulrike Kaiser, leitende Psychologin der Klinik, ergänzt: „Über regelmäßige Absprachen im Team, Einzeltherapien bei den einzelnen Berufsgruppen und die gemeinsame Gruppentherapie können die Teilnehmenden aus allen Perspektiven im Auge behalten und trotz Gruppenkonzept individuell betreut werden.“ Ziel der therapeutischen Interventionen sind die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und der Selbstwirksamkeit der Betroffenen. Schmerzreduzierende Strategien werden zusammen mit wichtigem Wissen über Schmerz und seiner Risikofaktoren vermittelt und eingeübt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Übertragung von solchen Strategien in den unmittelbaren Alltag der Gruppenteilnehmenden. Das Projekt PAIN2.0 (01NVF20023) ist eine wissenschaftliche Studie, die durch den Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds mit öffentlichen Geldern gefördert wird. Initiiert und geleitet wird dieses Projekt durch die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Barmer. Die Konzeption dazu entstand durch Klinikerinnen und Kliniker, die selbst in interdisziplinären Einrichtungen arbeiten und sich dafür stark machen wollen, Menschen mit Risikofaktoren für eine Schmerzchronifizierung rechtzeitig zu helfen. Bundesweit nehmen 22 Einrichtungen an dem innovativen Versorgungsprojekt teil.
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