Umfrage: Knapp die Hälfte würde Daten für medizinische Zwecke frei geben27. Oktober 2021 Foto: SHAHRIL- stock.adobe.com Wenn es um die Verwendung ihrer Daten geht, sind die Menschen in Deutschland vor allen beim Thema Gesundheitsversorgung aufgeschlossen. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des BVMed. Demnach würden 48 Prozent der Deutschen eigene Daten freiwillig für medizinische Diagnosen und Behandlungen zur Verfügung stellen, 42 Prozent für die Gesundheitsforschung sowie 41 Prozent für die Nachverfolgung bei Corona-Verdachtsfällen. „Die Menschen haben ein gutes Gespür dafür, dass beim Thema Gesundheit der Nutzen einer Datenfreigabe die Risiken weit überwiegt“, kommentiert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie Dr. Marc-Pierre Möll. Der höchste Wert außerhalb medizinischer Themen erzielt die Terrorbekämpfung: 26 Prozent der Teilnehmer:innen würden dafür ihre Daten spenden. Mit 22 Prozent liegt der Wert für „Medizinprodukte und Gesundheitsdienstleistungen“ noch deutlich höher als zur „Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen“ (15 Prozent) oder für „Autonomes Fahren“ (5 Prozent). 30 Prozent der deutschen Bevölkerung würden dagegen grundsätzlich keine Daten zur Verfügung stellen wollen. Bei einer Auswertung der Umfrage nach Altersgruppen, wird deutlich, dass junge Menschen besonders aufgeschlossen für die freiwillige Datenverwendung sind: 35 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 18 und 29 würden Ihre Daten zur Verfügung stellen. Bei den über 65-Jährigen liegt der Anteil bei 25 Prozent. Der BVMed spricht sich seit Längerem für einen besseren Zugang der MedTech-Unternehmen zu Gesundheitsforschungsdaten aus – damit die Digitalisierung künftig die Gesundheitsversorgung der Menschen revolutionieren und verbessern kann. Denn: Rund 70 Prozent der Forschung zu Medizininnovationen findet in Deutschland in den Unternehmen der Gesundheitswirtschaft statt. Forschenden Gesundheitsunternehmen muss deshalb das Antragsrecht auf die Nutzung von Daten aus dem Forschungsdatenzentrum ermöglicht werden, so der BVMed. „Alle Beteiligten sollten den gleichen geregelten Zugang zu Gesundheitsdaten erhalten, damit ein fairer Wettbewerb stattfinden kann“, heißt es in einem entsprechenden Positionspapier des deutschen MedTech-Verbandes. Zur Umfrage: Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von BVMed – Bundesverband Medizintechnologie 2500 Personen zwischen dem 8. und 9. Oktober 2021 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Einwohner der BRD ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,5 Prozent.
Mehr erfahren zu: "Bundesweite Aktionswoche rückt den Impfschutz in den Fokus" Bundesweite Aktionswoche rückt den Impfschutz in den Fokus Vom 9. bis 15. November 2026 findet erstmals eine bundesweite Impf-Aktionswoche statt. Hausarztpraxen können eigene Angebote einbringen – auch zur Langen Nacht des Impfens am 12. November.
Mehr erfahren zu: "Optische Cochlea-Implantate erzeugen präzisere Nervensignale als elektrische Modelle" Optische Cochlea-Implantate erzeugen präzisere Nervensignale als elektrische Modelle Optische Cochlea-Implantate (CI) rufen unterscheidbare Nervensignale besser hervor als elektrische, wie eine Tiermodell-Studie zeigt. Bis zu zehn verschiedene Leuchtdioden (LEDs) konnten mit sehr geringen Lichtenergien unterschiedliche Signale gezielt auslösen.
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.