Umfrage zu Reanimation: Es mangelt nicht am Willen, sondern an Handlungssicherheit21. September 2026 Symbolfoto: ©DJ Creative Studio/stock.adobe.com Eine aktuelle repräsentative Umfrage verdeutlicht: Es mangelt weder an Einsicht noch an der Bereitschaft der Deutschen, im Ernstfall Wiederbelebungsmaßnahmen zu starten. Was zur Umsetzung fehlt, ist die Handlungssicherheit. Menschen in Deutschland sind sich bewusst, dass sie jederzeit als Ersthelfende gefordert sein können, wenn sie Zeuge eines Herz-Kreislauf-Stillstands werden. Eine sehr große Mehrheit ist auch bereit, Erste Hilfe zu leisten und zu reanimieren. Jedoch zeigt der „Monitor Reanimation“ der ADAC-Stiftung, dass oftmals die Handlungssicherheit fehlt. Telefonische Anleitung steigert Reanimationsbereitschaft Einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden in Deutschland jährlich rund 130.000 Menschen außerhalb einer Klinik. Bis der professionelle Rettungsdienst eintrifft, sind es oft Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die sich plötzlich in der Rolle potenzieller Ersthelfender wiederfinden. Ihre Wiederbelebungsmaßnahmen können helfen, Leben zu retten und Folgeschäden zu verringern. Knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden in so einer Situation direkt mit einer Reanimation beginnen. Viele äußern jedoch die Sorge, durch falsche Maßnahmen dem Menschen in Not zusätzlich zu schaden. Genau hier könnte die telefonische Anleitung durch die Rettungsleitstelle helfen. Aufgrund heterogener gesetzlicher Rahmenbedingungen wird diese Unterstützung in Deutschland bislang allerdings noch nicht flächendeckend angeboten. Mit der Aussicht auf telefonische Anleitung durch die Leitstelle steigt laut den Ergebnissen der Umfrage die Bereitschaft der Befragten zur Reanimation von 64 auf 83 Prozent. Wiederbelebungstraining für Jung und Alt Weiter zeigt die Befragung: Die Bereitschaft der Menschen hierzulande wächst, Erste-Hilfe zu lernen. 44 Prozent der Befragten möchten wieder einen Erste-Hilfe-Kurs belegen, drei Viertel von ihnen spätestens im kommenden Jahr. Der Anteil der Befragten, die „sehr gerne“ dazu bereit sind, stieg laut ADAC-Stiftung gegenüber dem Vorjahr von 20 auf 27 Prozent. Auch befürwortet ein Großteil der Befragten (82 Prozent) das frühe Erlernen von Reanimationsmaßnahmen als festen Bestandteil des Unterrichts ab Klasse 7. Verpflichtend in den Lehrplan der Sekundarstufe I aufgenommen wurde der Wiederbelebungsunterricht bislang aber lediglich in sechs Bundesländer (Hessen, Saarland, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Nordrhein-Westfalen). Was außerdem vielfach außer Acht gelassen wird: Besonders häufig sind über 60-Jährige Zeugen eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstandes, nämlich wenn ihre Lebenspartner, Freunde oder Verwandte einen solchen erleiden. Laut der Befragung haben aber nur 27 Prozent der über 60-Jährigen in den letzten zehn Jahren ein Reanimationstraining absolviert, in den vergangenen zwei Jahren waren es sogar weniger als zehn Prozent. Lediglich 23 Prozent in dieser Altersgruppe gaben fern an zu wissen, wann reanimiert werden muss. Potential der Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung Leben retten können im Notfall auch die Smartphone-basierten Ersthelfenden-Netzwerke. Geht bei einer Leitstelle ein Notruf ein, schickt sie nicht nur den Rettungsdienst zum Einsatzort, sondern alarmiert zeitgleich über eine App die Ersthelfenden, die sich in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort befinden. Noch sind diese Ersthelfenden-Netzwerke jedoch relativ unbekannt. Nicht einmal jeder fünfte Befragte kannte laut der ADAC-Stiftung das Konzept. Nach Erläuterung der Funktionsweise hätten aber immerhin 23 Prozent gesagt, dass sie sich wahrscheinlich in ein Netzwerk aufnehmen lassen wollen würden. „Das Potenzial der Ersthelfer-Apps scheint mithin deutlich höher zu sein als die derzeitige Zahl von bundesweit 185.000 Registrierungen vermuten lässt“, folgert die ADAC-Stiftung. Über den „Monitor Reanimation“ Mit dem regelmäßig erscheinenden „Monitor Reanimation“ beschreibt die ADAC-Stiftung, wie gut die Chancen auf erfolgreiche Erste Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand sind. Der Monitor ist laut der ADAC-Stiftung die einzige Studie in Deutschland, die umfassend auf die Voraussetzungen von Reanimation vor Eintreffen des Rettungsdienstes blickt. Der „Monitor Reanimation“ analysiert die systemischen Voraussetzungen für höhere Rettungsquoten und gibt Handlungsempfehlungen, wie in Deutschland die Kultur der Wiederbelebung gestärkt werden kann. Die diesjährige Ausgabe konzentriert sich auf die Einstellungen und Wünsche der Bevölkerung in Deutschland mit Blick auf eine mögliche Rolle als Ersthelfende. Für die aktuelle Ausgabe hat das Institut Norstat im Auftrag der ADAC-Stiftung zwischen dem 24. April und dem 8. Mai 2026 insgesamt 2066 Personen ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in Deutschland online befragt. Die Stichprobe ist nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentativ.
Mehr erfahren zu: "Rekordversuch in Bielefeld: Sieben Tage nonstop Reanimation" Rekordversuch in Bielefeld: Sieben Tage nonstop Reanimation In Bielefeld startet ein Weltrekordversuch, um auf die Bedeutung schneller Hilfe bei Herzstillstand aufmerksam zu machen. Vor allem Schulklassen sollen mitmachen.
Mehr erfahren zu: "Erkältungsvirus führt zu seltenen Blutgerinnseln" Erkältungsvirus führt zu seltenen Blutgerinnseln Ein internationales Forschungsteam hat bei einem Kind in Österreich laut eigenen Angaben erstmals die auslösende Variante des humanen Adenovirus Typ 3 als Ursache lebensbedrohlicher Blutgerinnsel identifiziert.
Mehr erfahren zu: "Hinweise auf erhöhtes Regurgitations- und Aspirationsrisiko bei perioperativer Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten" Hinweise auf erhöhtes Regurgitations- und Aspirationsrisiko bei perioperativer Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten GLP-1-Rezeptoragonisten werden zunehmend zur Behandlung von Diabetes oder zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Die Ergebnisse einer Studie aus Großbritannien deuten nun an, dass die Anwendung dieser Medikamente das Risiko für eine Regurgitation […]