Umweltbedingte Risikofaktoren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen26. Mai 2021 © Graphicroyalty – stock.adobe.com (Symbolbild) Verschiedene genetische und umweltbedingte Faktoren sind an der Ätiologie von CED beteiligt. Neben dem Genom und Mikrobiom spielt dabei auch das Exposom eine wichtige Rolle. Das Exposom ist ein Maß für Umweltexpositionen im Verlauf des Lebens, von denen einige chronische metabolische Entzündungen (Metaflammationen) verursachen könnten. Es gibt erst wenige haltbare Daten dazu: So wurde für einige Exposom-Faktoren, wie Rauchen, eine Beteiligung nachgewiesen, für andere Umweltfaktoren, zum Beispiel Stress, sind die Ergebnisse widersprüchlich. Um das Exposom näher zu analysieren, wurde eine Fall-Kontroll-Studie mit 674 CED-Patienten durchgeführt, die mit 1348 nach Geschlecht und Alter gematchten Kontrollpersonen verglichen wurden. Mittels eines validierten Fragebogens wurden Expositionsdaten erhoben. Dabei wurden über verschiedene Lebensabschnitte hinweg 844 Einzelelemente erfasst, von denen 454 verwendet wurden, um die Rolle von 93 verschiedenen Expositionsfaktoren in der Ätiologie von CED zu untersuchen. Auf diesem Weg konnten für CED 4 neue Faktoren identifiziert werden: stressauslösende Lebensereignisse (Morbus Crohn: OR 2,61 vs. Colitis ulcerosa: OR 2.92), hoher selbst wahrgenommener Stress (OR 2,29 vs. 2,67), Alkoholkonsum (OR 0,40 vs. 0,43) und bronchiale Hyperreaktivität (OR 3,04 vs. 2,36). Weitere 4 neue Faktoren waren nur mit M. Crohn assoziiert: pränatale Rauchbelastung (OR 1,89), das Zusammenleben mit einem Partner (OR 0,53), Allergien (OR 2,66) sowie Laktose-Intoleranz (OR 5,87). Schließlich gab es auch 2 neue Faktoren, die ausschließlich mit C. ulcerosa assoziiert waren: Teppichböden (OR 0,57) und Neurotizismus (1,32). Insgesamt 9 der 10 Parameter konnten reproduziert werden. Fazit Damit identifizierte diese Studie 10 neue Exposom-Faktoren, die mit CED assoziiert sind. Laut Ansicht der Autoren sind diese Faktoren sowohl für ein besseres Verständnis der Ätiologie von CED als auch für zukünftige Präventionsstrategien wichtig, um die Entwicklung von CED bei genetisch anfälligen Personen zu verringern. (je) Autoren: van der Sloot KWJ et al. Korrespondenz: Kimberley W. J. van der Sloot; [email protected] Studie: Identification of environmental risk factors associated with the development of Inflammatory Bowel Disease Quelle: J Crohns Colitis 2020; jjaa114. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjaa114
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]