Ungewöhnlicher Zyklus bei Sportlerinnen häufiger4. November 2020 Junge Sportlerinnen leiden häufiger an menstruellen Problemen, so eine finische Studie (Foto: © Universität Jyväskylä) Eine finnische Studie kommt zu dem Schluss, dass Sportlerinnen deutlich häufiger über Probleme mit ihrem Zyklus klagten als Nicht-Sportlerinnen. Einen Grund konnten die Forscher dabei nicht ausmachen. Interessanterweise waren körperlich aktive Frauen wesentlich häufiger mit ihrem Selbstbild zufrieden. Für die Studie entnahmen Forscher um Doktorandin Suvi Ravi, von der Sporthochschule der Universität Jyväskylä, Finnland, Daten aus dr Finnish HEalth Promoting Sports Club-Studie. Darin eingeschlossen waren sowohl Sportler als auch Nicht-Sportler im Jugendalter (14–16 Jahren), die bis ins junge Erwachsenenalter (18–20 Jahre) nachbeobachtet wurden. In der Jugend besaßen 18% der Teilnehmerinnen einen ungewöhnlichen Zyklus, unabhängig davon, ob sie sportlich aktiv waren oder nicht. Dazu zählen primäre Amenorrhö, verlängerter Zyklus (>35 Tage) oder fehlende Blutungen für mindestens 3 aufeinanderfolgende Monate (sekundäre Amenorrhö). Bei der primären Amenorrhö lagen die jugendlichen Sportlerinnen jedoch vorn, mit 8% im Vergleich zu 0% unter den Nicht-Sportlerinnen. Im jungen Erwachsenenalter stieg die Prävalenz der menstruellen Dysfunktion auf 39% unter Sportlerinnen vs. 6% unter Nicht-Sportlerinnen an. “Aus vergangenen Studien wissen wir, dass der häufigste Grund für eine menstruelle Dysfunktion zu wenig Energie sein kann (d.h. ungenügende Kalorienaufnahme im Vergleich zum Kalorienverbrauch durch Sport)”, so Ravi. “Der Körper teilt die vorhandenen Ressourcen dann eher wichtigen Prozessen zu und reduziert den Kalorienverbrauch nicht essenzieller Funktionen wie die Reproduktion.” Ravi und ihre Kollegen untersuchten ebenfalls die Körperzufriedenheit bei den Studienteilnehmerinnen. Dabei waren Sportlerinnen häufiger mit ihrem Körpergewicht zufrieden als Nicht-Sportlerinnen (20% vs 40%). Dennoch sei ein beträchtlicher Teil unzufrieden gewesen. “Dies wirft Sorgen auf, da eine Unzufriedenheit eher zu Ess-Störungen führen kann”, so die Erstautorin.
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