Universität Marburg stärkt Forschung und Therapie zu Autismus23. Oktober 2023 Ziel der therapeutischen Arbeit von MarIAT ist es, das soziale Miteinander – zum Beispiel im Spiel – für Menschen mit Autismus zu ermöglichen bzw. zu verbessern und repetitive, stereotype Verhaltensweisen zu reduzieren. (Foto: © velirina – stock.adobe.com) Menschen mit Autismus und deren Familien brauchen eine einfühlsame, zielgerichtete Begleitung, um die sich ständig verändernden Anforderungen im Alltag bewältigen zu können. Um sie zu unterstützen, hat die Philipps-Universität Marburg das Marburger Institut für Autismusforschung und Therapie (MarIAT) an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gegründet. Bei MarIAT arbeiten Forschung und Therapie eng verzahnt zusammen. „MarIAT bietet evidenzbasierte therapeutische Interventionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus. Die Interventionen werden effizient, zielorientiert und leitliniengerecht durchgeführt“, erklärt MarIAT-Leiterin Prof. Inge Kamp-Becker. „Betroffene sollen schnell und zuverlässig individuell angepasste Hilfe bekommen und auf dem Weg in ein selbständiges Leben unterstützt werden.“ Das Hauptziel der Behandlung in MarIAT besteht in der Förderung individueller Entwicklungspotenziale. Zentral sind dabei die Förderung sozial-kommunikativer Fähigkeiten sowie die Entwicklung der Selbstständigkeit. Eltern und andere Bezugspersonen werden eng in die Behandlung mit einbezogen. Angepasst an Alter, Sprachentwicklung und Intelligenzniveau bietet MarIAT individualisierte, entwicklungsorientierte, verhaltenstherapeutische Förderung an: Von der Frühförderung für Klein- und Vorschulkinder unter engem Einbezug der Eltern, über Elternberatung und -trainings, Einzeltherapie und Gruppentrainings für Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene und therapeutische Begleitung in der beruflichen (Wieder-) Eingliederung bis zur Vernetzung der Hilfesysteme. Da die Autismus-Spektrum-Störung eine (seelische oder ggf. mehrfache) Behinderung darstellt, wird die Behandlung in MarIAT über die Eingliederungshilfe finanziert. Mit der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf wurden entsprechende Vereinbarungen zur Finanzierung der Therapie abgeschlossen. „In MarIAT werden die neuesten therapeutischen Verfahren angewandt, deren Wirksamkeit bereits in wissenschaftlichen Studien belegt wurde“, erklären die Mitarbeiterinnen von MarIAT, Dr. Sanna Stroth und Dr. Anika Langmann. Die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Professorin Dr. Katja Becker, betont: „Durch MarIAT können auch unseren Patientinnen und Patienten der Klinik und der Spezialambulanz für Autismus-Spektrum-Störungen die ambulanten Förderangebote gemacht werden, die sie benötigen. Außerdem eröffnen sich durch MarIAT neue Möglichkeiten für die Erforschung und Weiterentwicklung der Therapien von Autismus-Spektrum-Störungen.“
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