Universität zu Köln: Einfacher Bluttest kann den Verlauf von Nierenkrankheiten vorhersagen21. Juli 2025 Foto: © angellodeco/stock.adobe.com Ein Forschungsteam der Universität zu Köln hat einen neuartigen Ansatz entwickelt, um anhand von Blutproben vorherzusagen, wie schnell eine Nierenerkrankung fortschreiten wird. Ein Forschungsteam der Universität zu Köln hat eine neue Methode zur Identifizierung von Biomarkern entwickelt, die am Fortschreiten des Krankheitsverlaufs der autosomal-dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD) beteiligt sind. Die Studie wurde im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht. Die Forscher untersuchten Proteine im Blut, um herauszufinden, ob sich damit das Fortschreiten der Krankheit besser voraussagen lässt. Mithilfe der Massenspektrometrie erstellte das Team das Proteom – eine Liste aller Proteine, die in Blutproben von Patienten einer der weltweit größten und am besten untersuchten ADPKD-Kohorten nachgewiesen wurden. Durch die Integration einer neuartigen Roboter-Pipeline in diesen Prozess analysierten sie mehr als 1.000 Proben und erstellten ein proteombasiertes Vorhersagemodell. Sie identifizierten 29 Proteine, die am Immunsystem, am Fetttransport und am Stoffwechsel beteiligt sind. Damit spielen sie auch eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell die Nierenfunktion von Jahr zu Jahr abnimmt. 29 Proteine identifiziert „Unsere Studie zeigt, dass Blutproteine aussagekräftige Hinweise darauf geben können, wie schnell die Nierenfunktion wahrscheinlich abnimmt. Das ermöglicht eine individuellere Behandlung von ADPKD, einer der häufigsten genetischen Ursachen für Nierenversagen“, erklärt Prof. Roman-Ulrich Müller von der UniKlinik Köln. Die Proteomikdaten liefern nicht nur Biomarker, sondern auch wichtige Informationen über die Mechanismen, die ADPKD vorantreiben. „Durch die Identifizierung spezifischer Proteine, die mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängen, haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer genaueren und früheren Vorhersage gemacht. Diese Methode übertrifft die Leistungsfähigkeit der aktuell eingesetzten klinischen Instrumente“, fügt Müller hinzu. Weitere Forschungen geplant Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, wie aktuelle Behandlungsmethoden die Proteom-Muster von Patient beeinflussen, und neue proteombasierte Marker entwickeln, die die klinische Routineversorgung verbessern können.
Mehr erfahren zu: "Neue Plattform liefert Echtzeitdaten zur Erforschung und Behandlung von Zystennieren" Neue Plattform liefert Echtzeitdaten zur Erforschung und Behandlung von Zystennieren Die digitale Plattform MEDA-PKD vereint erstmals am Beispiel der Zystenniere bislang unstrukturierte medizinische Daten in ein kontinuierlich wachsendes und nahezu in Echtzeit auswertbares Wissenssystem – mit Potenzial für Forschung, klinische […]
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]
Mehr erfahren zu: "Datenbasierte Früherkennung soll chronische Nierenkrankheit schneller diagnostizieren" Datenbasierte Früherkennung soll chronische Nierenkrankheit schneller diagnostizieren Die Betriebskrankenkassen (BKK) starten gemeinsam mit dem BKK Dachverband, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), der Charité Berlin und dem Nephrologen Prof. Thorsten Feldkamp (Rendsburg/Eckernörde) ein Pilotprojekt für die datenbasierte Früherkennung der […]