Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: Ausgezeichnete Forschung zum Pankreaskrebs am Campus Lübeck

Kim Honselmann (li.), Rüdiger Braun (Mitte) und Louisa Bolm (re.). Fotos: © Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Mediziner der Klinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, haben aktuell für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu Tumoren des Pankreas Förderungen und Auszeichnungen erhalten.

Der Facharzt PD Dr. Rüdiger Braun wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit einer Förderung in Höhe von 262.325 Euro unterstützt. Im Rahmen des Forschungsprojektes wollen Braun und sein Team Gewebeproben von Patienten mit bösartigen Pankreastumoren unter Laborbedingungen als Schnittkulturen (Organotypic Slice Cultures) kultivieren. Die Biologie jedes einzelnen Tumors ist sehr unterschiedlich, sodass personalisierte Therapien immer wichtiger werden. Mit diesem Projekt soll ein Modell etabliert werden, bei dem der Tumor als intakter Gewebsschnitt kultiviert und für die individuelle Therapie-Testung genutzt wird. Da der Gewebskontext vollständig erhalten bleibt, kann die individuelle Tumorbiologie im räumlichen Zusammenhang untersucht werden. Die gewonnen Ergebnisse sollen helfen, dieses System in die personalisierte, klinische Versorgung zu übertragen.

Braun wurde zudem im Mai im Rahmen des amerikanischen Pancreas Club Annual Meetings in Chicago (USA) mit dem PanCAN Research Award ausgezeichnet. Der Award wurde ihm für eine der besten Präsentationen bei der Jahrestagung verliehen. Darüber hinaus erhielt Braun den International Junior Surgeon Travel Exchange Award der amerikanischen Society of Surgery of the Alimentary Tract. Dieses Programm ermöglicht ihm einen mehrwöchigen Aufenthalt an führenden Krebszentren in den USA, wie dem MD Anderson Cancer Center in Houston, um einen tieferen Einblick in die operative Versorgung von Patienten mit Pankreaskrebs im US-amerikanischen Raum zu erhalten.

Die Assistenzärztin Dr. Louisa Bolm erhielt ebenfalls im Mai eine Projektförderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung in Höhe von 308.595,78 Euro. In ihrem Forschungsprojekt geht es um den Einfluss der Muskel- und Fettgewebszusammensetzung (Body-Composition) auf den Erfolg der Operation und das Langzeitüberleben von Patienten mit Pankreaskrebs. Die Body-Composition wird in Zusammenarbeit mit Prof. Roman Klöckner (Institut für Interventionelle Radiologie) und Dr. Malte Sieren (Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin) anhand von Computertomographie-Bildern und Algorithmen Künstlicher Intelligenz  ausgewertet. Darüber hinaus werden Blutproben von Patienten mit modernsten Methoden untersucht, um verlässliche Anzeichen für Veränderungen der Body-Composition zu finden. Die von Bolm geleitete Studie, an der mehr als 1000 Patienten teilnehmen, wird in Kooperation mit den Universitätskliniken in Heidelberg und Bochum sowie der Charité Universitätsmedizin Berlin durchgeführt.

Die Fachärztin PD Dr. Kim Honselmann hat bereits Ende vergangenen Jahres ein Forschungsstipendium der Else Kröner-Fresenius-Stiftung in Höhe von 292.946 Euro erhalten. Ziel ihres Projektes ist es, die Tumorumgebung in Metastasen des Pankreaskrebses besonders im Hinblick auf die Kommunikation zwischen Tumorzellen und den umgebenden Zellen zu untersuchen. Ein Augenmerk soll dabei auf die Analyse der Proteinstruktur gelegt werden, die außerhalb der Zellen angesiedelt ist (extrazelluläre Matrix) und die mit dem Überleben der Patienten in Verbindung gebracht wird. Zusätzlich wird die Regulation der Extrazellulärmatrixproteine der Metastasen durch einen epigenetischen Faktor untersucht. Neue Erkenntnisse dazu könnten grundlegende Fragen zur Biologie dieser sehr schlecht heilbaren Erkrankung beantworten und mögliche neue Therapieansätze erbringen.