Universitätsmedizin Halle setzt OP-Roboter da Vinci Xi in der Kinderchirurgie ein4. Februar 2026 Der Roboter übersetzt die Handbewegungen des Chirurgen präzise und zitterfrei. (Foto: © Universitätsmedizin Halle) Seit Ende 2025 setzt das Team der Universitätsklinik und Poliklinik für Kindertraumatologie und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Halle bei ausgewählten Operationen den OP-Roboter da Vinci Xi ein. Damit ist die Klinik eigenen Angaben zufolge die einzige in Sachsen-Anhalt, die roboterassistierte Eingriffe bei Kindern durchführt. „Wir nutzen den OP-Roboter in der Kinderchirurgie schwerpunktmäßig bei komplexen urologischen Eingriffen, etwa bei der Entfernung von Tumoren oder bei Operationen am Harnleiter. Auch bei weiteren bauchchirurgischen Eingriffen kommt der da Vinci Xi unterstützend zum Einsatz“, erklärt Dr. Sascha Azarhoush, Oberarzt in der Universitätsklinik und Poliklinik für Kindertraumatologie und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Halle, der die ersten Operationen gemeinsam mit Oberarzt Dr. Rüdiger Mund, Leiter der Sprechstunde Kinderurologie, sowie dem leitenden Oberarzt PD Dr. Sven-Olaf Höhne und Fachärztin Dr. Tina Straube durchgeführt hat. Präzises Arbeiten an kleinsten Strukturen Der OP-Roboter da Vinci Xi besteht aus einer Steuerkonsole, an der ein Chirurg die Instrumente bedient, einem Patientenwagen mit vier robotischen Armen und einer speziellen Kamera, die eine bis zu zehnfache Vergrößerung des Operationsfeldes ermöglicht. Dank hochauflösender 3D-Sicht und in alle Richtungen fein beweglicher Instrumente können Operationen selbst in kleinsten anatomischen Strukturen exakt durchgeführt werden. Ein integrierter Tremorschutz, der selbst feinste Zitterbewegungen herausfiltert, sorgt für zusätzliche Präzision. Für die jungen Patienten bedeutet das kleinere Schnitte, weniger Schmerzen, geringeren Blutverlust und eine schnellere Erholung mit kürzeren Krankenhausaufenthalten. Auch für die Chirurgen bietet das System Vorteile: Die ergonomische Arbeitsweise entlastet körperlich, mindert Stress oder Ermüdungserscheinungen und trägt so zu einem sicheren Ablauf bei. Roboter operiert nicht, sondern unterstützt Bereits im August 2025 richtete die Universitätsklinik und Poliklinik für Kinderchirurgie und Kindertraumatologie eine Spezialsprechstunde für minimalinvasive Kinderchirurgie ein, die nun auch die roboterassistierte Chirurgie miteinschließt. „Im Rahmen der Sprechstunde informieren wir die Eltern oder Sorgeberechtigten ausführlich über die bevorstehende OP. Dabei erklären wir unser Vorgehen ganz genau und nehmen uns Zeit, alle Fragen zu beantworten“, betont Azarhoush. „Ein entscheidender Punkt für die Eltern ist zu betonen, dass hier nicht ein Roboter ihr Kind operiert, sondern dass unser Team durch modernste Technik bei dem Eingriff unterstützt wird“, ergänzt Prof. Martin Kaiser, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kindertraumatologie und Kinderchirurgie. „Roboterassistierte Eingriffe sind in der Kinderchirurgie noch relativ neu – umso wichtiger ist es, dass Familien sich gut informiert und sicher fühlen. An der Universitätsmedizin Halle können wir auf modernste Technik und ein spezialisiertes Team zurückgreifen und unseren jungen Patientinnen und Patienten eine schonende und sichere Behandlung auf höchstem medizinischen Niveau ermöglichen“, ergänzt Azarhoush.
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