Unnötige Klinik-Übernachtungen sollen wegfallen können28. September 2022 Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: © BMG/Thomas Ecke Unnötige Übernachtungen bei Klinikuntersuchungen sollen nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) künftig wegfallen können. Den Kliniken soll ermöglicht werden, Patienten dann ambulant am Tage zu behandeln. Dies führe auch zu mehr Kapazitäten beim Pflegepersonal, wenn Nachtschichten nicht bedient werden müssten, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Deswegen solle das «ineffiziente System» geändert werden, dass Abrechnungen bestimmter stationärer Leistungen für Krankenhäuser bisher nur mit Übernachtung möglich sind. Lauterbach begrüßte entsprechende Empfehlungen einer Regierungskommission und kündigte gesetzliche Neuregelungen dazu an. Beispielsweise Krebspatienten kämen oft für vier oder fünf Tage zu speziellen Untersuchungen und Behandlungen in die Klinik. «Aber eigentlich muss man in dieser Zeit gar nicht nachts im Krankenhaus bleiben.» Dies werde auch in vielen anderen Ländern so gemacht, sei in Deutschland aber bisher bei der Abrechnung als Krankenhausfall nicht möglich. Behandlungen mit eigentlich unnötigen Übernachtungen seien nicht selten, sondern seit langem ein zentrales Problem. Der Kommissionsvorsitzende Prof. Tom Bschor, langjähriger Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie der Schlosspark-Klinik Berlin, sagte, Abrechnungsmöglichkeiten ohne Übernachtung trügen unmittelbar zur Entlastung von Pflegekräften bei. Frei werdende Nachtschichten könnten dann tagsüber eingesetzt werden. Es verbessere sich auch die Situation der Patienten. «Die allermeisten wollen nicht gerne im Krankenhaus übernachten.» Die Experten schlagen vor, die neuen Möglichkeiten für Abrechnungen zum 1. Januar 2023 zu schaffen. Geschätzt könnten sie auf etwa ein Viertel aller bisher vollstationär behandelten Fälle zutreffen. (dpa)
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