Unregelmäßige Schlafdauer erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes

© Michaela Begsteiger – stock.adobe.com (Symbolbild)

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen einer unregelmäßigen Schlafdauer und dem Auftreten eines Diabetes? Dieser Frage gingen Wissenschaftler anhand der Daten von 84.421 in der UK Biobank verzeichneten Personen (Durchschnittsalter 62 Jahre) über einen Nachbeobachtungszeitraum von 7 Jahren auf den Grund.

Die Teilnehmenden wiesen zum Zeitpunkt der Datenbereitstellung in den Jahren 2013–2015 keinen Diabetes auf und wurden bis Mai 2022 prospektiv beobachtet. Dabei quantifizierten die Forscher die Variabilität, bemessen auf Grundlage der Standardabweichung [SD] der individuell über 7 Nächte hinweg gemessenen personenbezogenen Schlafdauer. Mithilfe von Cox-Proportional-Hazard-Modellen schätzten sie die HR für das Auftreten von Diabetes entsprechend der Kategorien der Schlafdauer-SD.

Die Datenauswertung ergab, dass sich 2058 Fälle von Diabetes in einem Zeitraum von 622.080 Personenjahren entwickelten. Verglichen mit einer Schlafdauer-SD≤30 min betrug die HR 1,15 (95%-KI 0,99–1,33) für eine SD von 31–45 min, 1,28 (95%-KI 1,10–1,48) für eine SD von 46–60 min, 1,54 (95%-KI 1,32–1,80) für eine SD von 61–90 min und 1,59 (95%-KI 1,33–1,90) für eine SD ≥91 min – jeweils nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und Ethnie.

Die Forschenden ermittelten eine nichtlineare Beziehung (pNichtlinearität=0,0002), wobei Personen mit einer Schlafdauer-SD von >60 vs. ≤60 min ein 34% höheres Diabetesrisiko hatten (95%-KI 1,22–1,47). Eine weitere Anpassung für Lebensstil, Komorbiditäten, Umweltfaktoren und Adipositas schwächte den Zusammenhang ab (HR beim Vergleich der Schlafdauer-SD von >60 vs. ≤60 min: 1,11; 95%-KI 1,01–1,22). Die Korrelation war stärker bei Personen mit niedrigerem polygenen Diabetes-Risikoscore (pInteraktion≤0,0264) und längerer Schlafdauer (pInteraktion≤0,0009).

Fazit
Die Forscher konnten nachweisen, dass eine unregelmäßige Schlafdauer mit einem höheren Diabetesrisiko assoziiert ist, insbesondere bei Personen mit einem niedrigeren polygenen Diabetes-Risikoscore und längerer Schlafdauer. (bi)

Autoren: Kianersi S et al.
Korrespondenz: Tianyi Huang; [email protected]
Studie: Association Between Accelerometer-Measured Irregular Sleep Duration and Type 2 Diabetes Risk: A Prospective Cohort Study in the UK Biobank
Quelle: Diabetes Care 2024;47(9):1647–1655.
Web: https://doi.org/10.2337/dc24-0213