Untersuchung zeigt unzureichende Asthma-Diagnose bei Frauen

Frau nutzt Asthma-Spray
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Eine aktuelle Studie lässt laut ihren Autoren darauf schließen, dass bei Frauen zu selten ein Asthma diagnostiziert wird.

Hochleistungssportler, so ­schreiben die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Kerstin Romberg in den „Annals of Allergy, Asthma & Immunology”, besäßen unabhängig von der ausgeübten Sportart ein erhöhtes Asthmarisiko. Über Unterschiede zwischen den Geschlechtern in dieser Hinsicht sei allerdings wenig bekannt.

Die Wissenschaftler analysierten daher 101 Hochleistungsschwimmer, 86 Tennisspieler und eine Referenzgruppe mit 1628 Personen hinsichtlich eventueller Geschlechterunterschiede in Bezug auf die Symptome und die Therapie von Asthma und Allergien. Auf Fragebögen machten die Studienteilnehmer Angaben zu Atemwegssymptomen, Allergien, ihrem Gesundheitsverhalten, psychosomatischen Symptomen, Selbsteinschätzung und Wohlbefinden. Ein Haut-Prick-Test gab Aufschluss über Atopien; außerdem wurde fraktionales exhaliertes Stickoxid gemessen.

Sowohl in der Referenzgruppe (29,1 % vs. 22,3 %) als auch bei den Sportlern (56,4 % vs. 40,2 %) gaben die Frauen mehr Asthmasymptome zu Protokoll als die Männer. Im Hinblick auf ärztlich diagnostiziertes Asthma oder eine Therapie mit inhalativen Corticosteroiden jedoch wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet.

Der Mannitol-Provokations-Test fiel bei mehr Sportlerinnen positiv aus (48,7 % vs. 35,8 % bei Sportlern), ebenso wie mehr Schwimmerinnen bei einer Belastungsprovokation ein positives Ergebnis aufwiesen (15,1 % vs. 7,7 % bei Schwimmern). In allen Gruppen berichteten Frauen über mehr psychosomatische Symptome als die entsprechenden männlichen Vergleichspersonen. Die Männer in der Referenzgruppe schnitten in Sachen Selbsteinschätzung besser ab und zeigten ein höheres Wohlbefinden als die Frauen in der Referenzgruppe.

Autoren: Romberg K et al.
Korrespondenz: Dr. Kerstin Romberg, Dept. of Clinical Sciences, Respiratory Medicine and Allergology, Lund, Sweden Health Care Centre, Näsets Läkargrupp, Höllviken, Schweden; [email protected]
Studie: Sex differences in asthma in swimmers and tennis players
Quelle: Ann Allergy Asthma Immunol 2017;118(3):311–317.
Web: www.annallergy.org