Uro-onkologie: Operationen verlaufen besser, wenn das OP-Team sich kennt9. September 2025 Symbolbild ©MuhammadAnnahri/stock.adobe.com Ein höheres Maß an Vertrautheit im OP-Team führt zu deutlich kürzeren Operationszeiten sowie kürzeren Krankenhausaufenthalten und weniger Wiederaufnahmen, wie eine Studie von Ärzten der Sheffield Teaching Hospitals in Großbritannien nahelegt. Familiarität mit den Anästhesisten könnte zusätzlich die Effizienz im OP-Management verbessern. Patienten mit urologischen Krebserkrankungen wie Nieren-, Blasen- oder Prostatakrebs kommen oftmals nicht um eine Operation herum. Der Verlauf einer solchen Operation kann dabei möglicherweise Einfluss auf die Genesung der Patienten nehmen und in Zusammenhang mit wiederholten Krankenhausaufenthalten stehen. Ärzte der University of Sheffield (Großbritannien) unter der Leitung von Prof. James Catto haben eine Studie an den Sheffield Teaching Hospitals durchgeführt, um den Einfluss der Vertrautheit des OP-Teams auf den Verlauf der Operation zu untersuchen. Dafür beurteilten sie die Dauer der Operation, Länge des Krankenhausaufenthaltes und Rate der Wiederaufnahmen aller Patienten, die sich im Zeitraum von 2021 bis September 2024 einer Operation aufgrund von Nieren-, Blasen- oder Prostatakrebs unterzogen. Die Familiarität des OP-Teams wurde anhand eines validierten Familiarity Scores (FS) bewertet, wobei höhere FS-Werte ein höheres Maß an Vertrautheit abbildeten. Kürzere OP-Zeiten und Krankenhausaufenthalte Insgesamt wurden 1043 Patienten, 319 Mitarbeitende und 3791 Mitarbeiterkombinationen eingeschlossen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift “British Journal of Urology International” veröffentlicht und zeigen, dass ein höheres Maß an Vertrautheit im OP-Team den Operationsverlauf signifikant beeinflusste. Im Vergleich zu Teams mit geringerem Maß an Vertrautheit, ging die größere Familiarität mit kürzeren OP-Zeiten, kürzeren Krankenhausaufenthalten (1,94 gegenüber 5,3 Tage) und weniger Wiederaufnahmen innerhalb von 30 Tagen (4,1 gegenüber 8,0 Prozent) einher. Bei Blasenoperationen konnten dadurch im Schnitt über 40 Minuten an Zeit eingespart werden, bei Nierenoperationen etwa 26 Minuten und bei Prostataoperationen immerhin noch circa 13 Minuten. Darüber hinaus war eine größere Vertrautheit mit den zuständigen Anästhesisten mit einer kürzeren Aufenthaltsdauer im Anästhesieraum und einer kürzeren Verzögerung beim Verlassen des Operationssaals verbunden. Die Ergebnisse sind wenig überraschend, verlieren dadurch allerdings nicht an Bedeutung. Sie legen nahe, dass sowohl Patienten als auch Chirurgen davon profitieren, wenn das OP-Team miteinander vertraut ist. Denn neben den potenziellen Auswirkungen auf die Genesung der Patienten, könnte so auch die Auslastung und Effizienz von Operationssälen verbessert werden. Nach Möglichkeit sollten diese Erkenntnisse also in die Belegungs- und Schichtplanung von Krankenhäusern mit einfließen. (mkl/BIERMANN)
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