Urodynamik bei Männern mit unkomplizierten LUTS unnötig9. Februar 2026 Symbolbild: TSViPhoto – stock.adobe.com Die Urodynamik sollte zur Abklärung unkomplizierter Symptome des unteren Harntrakts (lower urinary tract symptoms, LUTS) bei Männern nur mehr selektiv eingesetzt werden. Dies raten britische Urologen aufgrund der Fünf-Jahres-Daten der randomisierten UPSTREAM-Studie. Die Ergebnisse der Studie stützen den routinemäßigen Einsatz invasiver Urodynamik zur Reduktion von LUTS oder der Rate an Prostataoperationen nicht. Das Akronym UPSTREAM steht für „Urodynamics for Prostate Surgery Trial; Randomised Evaluation of Assessment Methods“. In UPSTREAM wurden LUTS-Patienten, die einen operativen Eingriff erwogen, hinsichtlich der Diagnostik per Zufall auf zwei Gruppen verteilt. Beide erhielten diagnostische Routine-Tests, die Interventionsgruppe unterzog sich zudem einer invasiven Urodynamik. Die Wahl der Behandlung trafen die Patienten nach Beratung durch ihre Ärzte. Teilnehmer, die ihre Einwilligung zur Langzeitnachbeobachtung gegeben hatten, erhielten fünf Jahre nach der Randomisierung (10/2019–12/2021) Fragebögen per Post. Der primäre Endpunkt der Studie war der vom Patienten angegebene Internationale Prostata-Symptom-Score (IPSS) zwischen 0 und 35. Die Operationsraten, ermittelt anhand von Routinedaten des National Health Service in England, waren ein wichtiger sekundärer Endpunkt. Kein Unterschied zwischen randomisierten Gruppen Nach fünf Jahren füllten 211 von 427 (49,4 %) Teilnehmern der Interventionsgruppe und 204 von 393 (51,9 %) der Kontrollgruppe die Fragebögen aus. Routinedaten lagen für 801 von 820 (97,7%) Patienten vor. Der mittlere IPSS nach fünf Jahren unterschied sich nicht zwischen den randomisierten Gruppen (adjustierte Differenz 0,41; 95%-Konfidenzintervall [KI] -1,10 bis 1,93), ebenso wenig unterschieden sich die Operationsraten (adjustierte Differenz 0,96; 95%-KI 0,71–1,28). Auch in Bezug auf Harnwegs- und sexuelle Symptome konnten die Studienautoren keine Unterschiede zwischen den Gruppen ermitteln. Als Einschränkung ihrer Studie nennen sie die geringe Anzahl der Patienten in der Nachbeobachtung. (ms)
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