Urologen warnen vor Einstellung ambulanter Operationen18. November 2020 “Unverfrorene Ignoranz unserer Leistungen” – Uro-GmbH-Geschäftsführer Michael Stephan-Odenthal. Foto: Uro-GmbH Die urologische Managmentgesellschaft Uro-GmbH Nordrhein kritisiert, dass die gesetzlichen Krankenkassen den Vertrag zur Förderung von ambulanten Operationen zum 01.01.2021 gekündigt hätten. Dies gefährde vor dem Hintergrund gestiegener Hygienekosten die Wirtschaftlichkeit ambulanter Operationen als GKV-Leistung. Der Stellenwert ambulanter Operationen im Gesundheitswesen sei unumstritten hoch – besonders im Zuge der Corona-Pandemie, betont die Uro-GmbH in einer aktuellen Mitteilung. Ambulante Operationen würden nicht nur die Klinikkapazitäten entlasten, sondern sparten den Krankenkassen auch zum größten Teil mehr als 50 Prozent der Kosten gegenüber einer vergleichbar stationär durchgeführten Operation. Zuschläge werden gestrichen Zwar gelte der Vertrag zur Förderung des ambulanten Operierens nach SGB V §115b über den Januar 2021 hinaus, der bisherige Zuschlag auf den Punktwert für Praxen mit mehr als 20 beziehungsweise 30 Eingriffen/Quartal für Einzelpraxen beziehungsweise Berufsausübungsgemeinschaften entfalle aber. Im Gegensatz dazu, beklagt die Uro-GmbH, stiegen seit Jahren die Auflagen und Kosten für das Hygienemanagement. Die Rufe aus der Ärzteschaft nach Gegenfinanzierung aus den vergangenen Jahren (wir berichteten) seien jedoch unbeachtet geblieben. „Dass ausgerechnet jetzt, wo die Hygienekosten noch einmal durch die Pandemielieferengpässe deutlich gestiegen sind, die Förderung für das ambulante Operieren gestrichen werden soll, ist als unverfrorene Ignoranz unserer Leistungen zu werten“, schimpft Dr. Michael Stephan-Odenthal, Geschäftsführer der Uro-GmbH Nordrhein. Mit dieser Ansicht sei er nicht allein, auch die nordrheinischen Berufsverbände der Chirurgen, Orthopäden, HNO-Ärzte, Gynäkologen, Anästhesisten, Hautärzte und der niedergelassenen Gastroenterologen hätten schon Alarm geschlagen. Fachärzte fordern Ausgleich der Hygienekosten Zusammen mit diesen anderen operierenden Fachrichtungen fordert die Uro-GmbH Nordrhein einen sofortigen Ausgleich der gestiegenen Kosten für Hygiene in den Praxen und bei ambulanten OP-Einrichtungen. Im ersten Schritt würden die Operateure Patienten mit einem Antrag auf Hygienekostenübernahme von 55 Euro vor den ambulanten Operationen zu den jeweiligen Kassen schicken, um diese dort bestätigen zu lassen, droht die Uro-GmbH. Erst dann erfolge die Operation. „Ab Januar wird neu sondiert und in Betracht gezogen, ob die ambulanten Operationen in dieser Form als GKV-Leistung überhaupt weiter fortgeführt werden können“, verdeutlicht Stephan-Odenthal den Ernst der Lage. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein habe bereits Einspruch erhoben und ziehe in dieser Sache vor das Schiedsgericht. (Uro-GmbH/ms)
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