US-Arbeitsgruppe schlägt neue Definition „PSMA-positives biochemisches Rezidiv“ vor

Die hochempfindliche PET/CT-Diagnostik stellt auch klinische Studien vor neue Herausforderungen. Symbolbild: natatravel – stock.adobe.com

Eine Arbeitsgruppe des US-amerikanischen National Cancer Institute (NCI) zum Thema biochemisches Rezidiv (BCR) bei Prostatakrebs (PCa) hat neue Empfehlungen erarbeitet, um das BCR den neuesten Entwicklungen gemäß für klinische Studien zu definieren.

Eine bedeutende Rolle spielt dabei hochsensitive Bild­gebung wie die Positronenemissions­-/Computer­tomographie mit dem prostataspezifischen Membranantigen als Zielstruktur (PSMA-PET/CT).

Wie die Autoren um Ravi A. Madan vom Center for Cancer Research des NCI und Kollegen im „Journal of Clinical Oncology“ erklären, konzentrieren sich die meisten Phase-III-Studien zu PCa auf metastasierte Erkrankungen, die mittels konventioneller Bildgebung definiert wurden. Trotz der Entwicklung neuer Bildgebungsverfahren ließen sich die Prinzipien klinischer Studien aus Metastasenstudien jedoch nicht optimal auf zukünftige BCR-Studien übertragen, wie die Mediziner betonen.

Bei einem Treffen am 13.11.2024 diskutierte die Arbeitsgruppe aus diesen Gründen die Nomenklatur, die Basiskriterien für die Daten­erfassung, bildgebende Aspekte, die Abgrenzung von Hochrisikopopulationen für die Studienentwicklung, die Anforderungen an die metastasengerichtete Therapie (MDT) oder Hormontherapie, Aspekte der Lebensqualität und potenzielle Studienendpunkte.

Abgrenzung vom metastasierten hormonsensitiven Prostatakrebs

Ein wichtiges Ergebnis war die Definition eines PSMA-positiven BCR: Dieses soll ein rezidivierendes PCa beschreiben, das ausschließlich mittels PSMA-PET/CT nachweisbar ist. Dieses Rezidiv überschneidet sich mit dem BCR und unterscheidet sich vom mHSPC, wie es traditionell mittels konventioneller Bildgebung definiert wird.

Die Arbeitsgruppe schlug darüber hinaus vor, ein Hochrisiko-BCR mit einer PSA-Verdopplungszeit von bis zu 6 Monaten zu definieren, unabhängig vom PET-Befund. Weiterhin gaben die Experten Empfehlungen zur Erfassung der Basisdaten und zu den Anforderungen an die Bildgebung.

Für die Kontrollarme klinischer Studien sehen die Teilnehmer der Arbeitsgruppe weder eine systemische Therapie noch eine MDT als obligatorisch an. Sie befürworten nachdrücklich, dass zukünftige Studien eine Deeskalation der Therapie untersuchen sollten, um die Toxizität in diesem relativ indolenten Krankheitsstadium zu minimieren.

(ms)