US-Studie: Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ohne Ultraschall ist sicher3. Juli 2024 Foto: © Marijus-1/stock.adobe.com Patientinnen mit medikamentösem Schwangerschaftsabbruch, die die Pillen per Post erhalten, ohne vorher einen Ultraschall zu bekommen, erzielen laut einer US-Studie dieselben Ergebnisse wie diejenigen, die persönlich untersucht werden und die Medikamente erhalten. Die Studie der University of California, San Francisco (UCSF), USA, die am 24. Juni in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht wurde, ergänzt die bisherigen Erkenntnisse, wonach der Einsatz von Telemedizin für medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche sicher und wirksam ist. „Diese Studie ist ein weiterer Beleg für die Wirksamkeit und Sicherheit des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs mittels Telemedizin und Medikamentenversand“, kommentiert Lauren J. Ralph, Professorin für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionswissenschaften an der UCSF und Erstautorin der Studie. „Anamnesegestützte Modelle der medikamentösen Schwangerschaftsabbruchsbehandlung ohne Ultraschall und über Telemedizin bieten eine sichere, wirksame und dringend benötigte Möglichkeit, die logistischen und geografischen Hindernisse zu überwinden, die dem Zugang zum Schwangerschaftsabbruch heute im Wege stehen“, fügt sie hinzu. Erprobung der „No Test“-Methode Die Forscher analysierten die Erfahrungen von 585 Patientinnen aus den USA in Kliniken in Colorado, Illinois, Maryland, Minnesota, Virginia und Washington von Mai 2021 bis März 2023 und teilten sie in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe wurde daraufhin untersucht, ob sie für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch per Telemedizin in Frage kommt. Sie unterzogen sich einem anamnestischen Screening ohne Ultraschall (auch bekannt als „No-Test“-Methode) und erhielten ihre Medikamente per Post (288 Patientinnen). Die zweite Gruppe wurde nach der „No-Test“-Methode untersucht und erhielt ihre Medikamente persönlich (119 Patientinnen). Die dritte Gruppe unterzog sich einer Ultraschalluntersuchung und erhielt ihre Medikamente persönlich (238 Patienten). Alle Teilnehmerinnen nahmen die zwei Medikamente Mifepriston und Misoprostol. Die Forscher stellten fest, dass bei 95 Prozent der Teilnehmerinnen ein vollständiger Abbruch erfolgte, ohne dass die Behandlung wiederholt werden musste, und dass die telemedizinisch betreuten Patientinnen genauso gut abschnitten wie diejenigen, die persönlich betreut wurden. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten unabhängig von der Gruppe nur selten auf. „Diese Betreuungsmodelle, die sich auf ein testfreies telemedizinisches Screening und den Versand von Medikamenten stützen, sind ebenso wirksam wie die persönliche Betreuung mit Ultraschall und sollten allen Schwangeren angeboten werden“, erklärt Ralph.
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