Uveales Melanom: Neues System zur Verabreichung von Medikamenten zeigt sich wirksam14. April 2025 Symbolbild.©Crystal light-stock.adobe.com Eine US-amerikanische klinische Phase-III-Studie hat ergeben, dass ein gezielter Ansatz zur Behandlung von Lebertumoren das Leben von Patienten mit uvealem Melanom verlängern kann. Das metastasierte Aderhautmelanom ist sehr schwer zu behandeln und hat in der Regel eine schlechte Prognose. Eine institutionsübergreifende Untersuchung unter der Leitung des Moffitt Cancer Center, Tampa, USA, konnte nun zeigen, dass die perkutane Leberperfusion mit einem Melphalan-Hepatik-System Patienten mit diesem seltenen Augenkrebs, der sich auf die Leber ausgebreitet hat, helfen kann. Die Ergebnisse der Phase-III-Studie FOCUS wurden in der Fachzeitschrift „Annals of Surgical Oncology“ veröffentlicht. Melphalan-Hepatic-Delivery-System verlängert medianes progressionsfreies Überleben Für die FOCUS-Studie wurden zwei Behandlungen für das metastasierte Aderhautmelanom verglichen. Eine Gruppe von Patienten wurde mit dem Melphalan-Hepatic-Delivery-System behandelt, während die andere Gruppe eine Standardbehandlung erhielt. Die Analysen der Forscher ergaben, dass mit dem Melphalan-Hepatic-Delivery-System behandelte Patienten deutlich bessere Ergebnisse im Vergleich zu Patienten mit der Standardbehandlung zeigten. Das mediane progressionsfreie Überleben dieser Patienten betrug 9,1 Monate zu 3,3 Monate für Patienten mit Standardbehandlung. Die objektive Ansprechrate war mit 27,5 Prozent fast dreimal so hoch wie die in der Vergleichsgruppe beobachteten 9,4 Prozent. Auch erhöhte sich die Krankheitskontrollrate deutlich von 46,9 Prozent auf 80 Prozent. Zudem lebten die Patienten, die mit dem hepatischen Melphalan-Verabreichungssystem behandelt wurden im Median 18,5 Monate im Vergleich zu 14,5 Monaten bei Patienten, die andere Behandlungsformen erhielten. Die Wissenschaftler berichteten auch von Nebenwirkungen vor allem im Zusammenhang mit der Anzahl der Blutkörperchen. Diese wurden mit der Standardtherapie ambulant behandelt und ließen sich meist nur durch Beobachtung beheben. „Diese neue Behandlung gibt Patienten mit dieser schwer zu behandelnden Krebsart Hoffnung“, betonte Dr. Jonathan Zager, chirurgischer Onkologe in der Abteilung für Hautonkologie am Moffitt und Hauptautor der Studie. „Dies ist die zweite Veröffentlichung in den „Annals of Surgical Oncology“ zu den Ergebnissen der FOCUS-Studie und zeigt eindeutig, dass die Behandlung mit dem hepatischen Melphalan-Verabreichungssystem dazu beitragen kann, den Krebs in der Leber zu kontrollieren. Die Behandlung stellt eine Option dar, die die Lebensqualität der Patienten nicht beeinträchtigt und ihnen eine Chance auf ein längeres Überleben gibt.“ Weitere Forschungsvorhaben geplant Das Melphalan-Hepatic-Delivery-System wurde im August 2023 von der US-Arzneimittelbehörde FDA auf der Grundlage der Ergebnisse der Phase-III-Studie zugelassen. Nach Angaben der Autoren wird bei dieser Behandlung, im Gegensatz zur herkömmlichen Chemotherapie, eine hohe Dosis des Medikaments direkt in die Leber verabreicht. So werde die Chemotherapie herausgefiltert, bevor sie in den Rest des Körpers gelangt. Dieser gezielte Ansatz trägt den Autoren zufolge dazu bei, schädliche Nebenwirkungen im übrigen Körper zu verringern. Um die Vorteile des hepatischen Melphalan-Verabreichungssystems zu testen, seien weitere Forschungsarbeiten geplant. Zudem soll in Studien auch die Kombination dieser Behandlung mit anderen neuen Therapien untersucht werden. (sas)
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