Veränderte Zellprogramme: COVID-19-Infektionen greifen die Leber an29. März 2022 Abbildung: © Rasi/stock.adobe.com Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hatten schon zu Beginn der Pandemie SARS-CoV-2 als Multiorganvirus beschrieben. Nun hat dieses Team in einer internationalen Studie gezeigt, dass dieses Virus auch direkt die Leber befällt und hier zu Entzündungs- und veränderten Stoffwechselprogrammen führt. Aufgefallen waren erhöhte Leberwerte bei COVID-19-Patienten schon zuvor. In der nun vorliegenden Studie konnte bei fast 60 Prozent der rund 1200 in die Untersuchung eingeschlossenen COVID-19-Patienten erhöhte Leberwerte bei der Krankenhausaufnahme nachgewiesen werden. Nur bei wenigen Betroffenen waren zuvor Lebererkrankungen bekannt gewesen. In einer zusätzlich durchgeführten Autopsiestudie bei 45 an COVID-19 verstorbenen Patienten konnte das Virus in zwei Drittel der Fälle in der Leber nachgewiesen werden und mitunter auch noch als aktiver Erreger aus der Leber isoliert werden. In hochauflösenden molekularen und bioinformatischen Analysen zeigte sich zudem, dass eine SARS-CoV-2 Infektion die Zellprogramme in der Leber deutlich verändern kann, ähnlich wie zum Beispiel bei unterschiedlichen Formen einer Hepatitis. „Diese Ergebnisse unterstreichen erneut, wie vielfältig die potentiellen Schädigungsmechanismen bei COVID-19 sind. Es ist zu befürchten, dass wir in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vermehrt COVID-19 Folgeerkrankungen in Organen wie Leber und Nieren sehen werden“, erläutert Studienleiter Prof. Tobias B. Huber, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Nephrologie, Rheumatologie, Endokrinologie) des UKE. An der Studie waren Forschende aus sieben Kliniken und Instituten des UKE sowie zahlreiche Partnereinrichtungen aus Freiburg, Heidelberg und den USA beteiligt.
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