Veränderungen der Gehirnstruktur durch SARS-CoV-2-Infektion14. April 2022 © Kateryna_Kon – stock.adobe.com (Symbolbild) Es gibt bei COVID-19 Hinweise auf Anomalien des Gehirns. Bisher war allerdings noch nicht bekannt, ob diese auch bei einer leichteren SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen werden können. Dieser Fragestellungen nahmen sich jetzt Prof. Gwenaëlle Douaud von der Universität Oxford, Großbritannien, und ihr Team an. Zudem wollten sie mögliche Mechanismen aufdecken, die zu der Gehirnpathologie beitragen. Die Wissenschaftler untersuchten bei 785 UK-Biobank-Teilnehmern (Alter 51–81 Jahre) Veränderungen des Gehirns. Bei allen Teilnehmern erfolgten 2 Magnetresonanztomographien (durchschnittlich 141 Tage zwischen Diagnose und 2. Termin) und 401 Probanden erkrankten zwischen den 2 Messterminen an SARS-CoV-2. Die übrigen Teilnehmer (n=384) gingen daraufhin als Kontrollen in die Analyse ein. Die Bildgebungsdaten von vor der Infektion dienten der Verringerung der Wahrscheinlichkeit bestehende Risikofaktoren als Krankheitseffekte fehlzuinterpretieren. Beim Vergleich der beiden Gruppen identifizierten die Forschenden signifikante Längseffekte einer Infektion. Darunter vielen zum einen eine größere Verringerung der Dicke der grauen Substanz und des Gewebekontrasts im orbitofrontalen Kortex und parahippocampalen Gyrus. Zum anderen zeigten sich in funktionell verbundenen Regionen des primären olfaktorischen Kortex größere Veränderungen bei den Markern für Gewebeschäden und eine stärkere Verringerung der Gesamtgehirngröße. Des Weiteren gab es durch eine SARS-CoV-2-Infektion einen durchschnittlich größeren kognitiven Rückgang. Die bildgebenden und kognitiven Längseffekte blieben auch nach dem Ausschluss von 15 Fällen, die ins Krankenhaus mussten, erhalten. Die hauptsächlich limbischen Bildgebungsergebnisse des Gehirns könnten den Studienautoren zufolge die In-vivo-Markenzeichen einer degenerativen Ausbreitung der Krankheit über olfaktorische Bahnen, von neuroinflammatorischen Ereignissen oder dem Verlust sensorischer Eingänge aufgrund von Anosmie sein. Für die Bewertung der Reversibilität oder Chronizität fehlen aber noch weitere Nachbeobachtungen. Fazit Die Untersuchungen der Arbeitsgruppe offenbarten die generelle Assoziation einer SARS-CoV-2-Infektion mit Veränderungen der Gehirnstruktur. (sh) Autoren: Douaud G et al. Korrespondenz: Gwenaëlle Douaud; [email protected] Studie: SARS-CoV-2 is associated with changes in brain structure in UK Biobank Quelle: Nature 2022. Web: https://doi.org/10.1038/s41586-022-04569-5
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights