Umfrage: Osteopathie-Allianz sieht Auftrag für berufsgesetzliche Regelung bestätigt19. August 2026 Bild: Julio Ricco – stock.adobe.com Laut einer Befragung im Auftrag der Osteopathie-Allianz sind osteopathisch und schulmedizinisch versorgte Patienten deutlich zufriedener als vergleichbare ausschließlich schulmedizinisch behandelte Patienten. Das Umfrage-Institut Forsa befragte zwischen Februar und März 2026 insgesamt 1100 Erwachsene mit Rückenbeschwerden. 500 von ihnen wurden zusätzlich osteopathisch behandelt, 600 ausschließlich schulmedizinisch versorgt. Für den Gruppenvergleich wurden die Strukturen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Diagnose und Begleiterkrankungen angeglichen und gewichtet. Die Befragung wurde im Auftrag der Osteopathie-Allianz, bestehend aus dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) und dem Bundesverband Osteopathie (BVO) durchgeführt. Demnach waren 54 Prozent der zusätzlich osteopathisch Behandelten mit ihrer Behandlung sehr zufrieden – gegenüber 37 Prozent in der Vergleichsgruppe. Auch der Anteil der Patienten, die einen Hausarzt oder Allgemeinmediziner aufsuchten, lag mit 35 Prozent deutlich unter dem der Vergleichsgruppe mit 51 Prozent. „Zeit für einheitliche Standards” „Die Ergebnisse zeigen, dass Osteopathie einen wichtigen Beitrag in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Rückenbeschwerden leisten kann. Die Zahlen zeigen eine Versorgung, die bei den Menschen ankommt. 19 Millionen nutzen die Osteopathie bereits – es ist Zeit, ihnen einheitliche Standards zu garantieren“, unterstrich Prof. Marina Fuhrmann, Vorsitzende des VOD. Besonders bemerkenswert sei, dass die zusätzlich osteopathisch behandelten Patienten das Gesundheitssystem an zentralen Stellen weniger in Anspruch nahmen und gleichzeitig zufriedener mit ihrer Behandlung waren. Osteopathie verändert Versorgungswege Laut der Osteopathie-Allianz ersetzt die Osteopathie keine Grundversorgung sondern verändert die Versorgungswege. In der Umfrage habe sich unter anderem gezeigt, dass nur 35 Prozent der zusätzlich osteopathisch behandelten Patienten einen Hausarzt beziehungsweise Allgemeinmediziner aufsuchten. In der ausschließlich schulmedizinisch behandelten Vergleichsgruppe waren es 51 Prozent. Auch Krankenhausaufenthalte fielen seltener an. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied laut der Allianz bei den Krankenhausnächten: 0,1 statt 0,6 Nächte je Patient, ein Rückgang um 83 Prozent bei insgesamt seltenen Klinikaufenthalten. Weniger Medikamente, weniger Beschwerden Die Umfrage ergab zudem, dass die zusätzlich osteopathisch behandelten Patienten signifikant seltener Medikamente einnahmen (63 statt 70 Prozent). Sie berichteten außerdem häufiger über eine Verbesserung ihrer Beschwerden und bewerteten ihre Behandlung insgesamt deutlich positiver. „Berufsgesetzliche Regelung ist wichtig” „Die Forsa-Befragung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial Osteopathie für Patientinnen und Patienten und gleichzeitig für das Gesundheitssystem haben kann. Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie ist“. betonte Christine Berek, Vorsitzende des BVO. Nur mit klar geregelten Qualitätsstandards, einer einheitlichen Ausbildung und rechtlicher Anerkennung könne dieses Potenzial langfristig verantwortungsvoll genutzt und weiter wissenschaftlich untersucht werden. (hr)
Mehr erfahren zu: "Typ-2-Diabetes: Knochenschwund keine ausreichende Erklärung für erhöhtes Frakturrisiko" Typ-2-Diabetes: Knochenschwund keine ausreichende Erklärung für erhöhtes Frakturrisiko Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Frakturrisiko – obwohl ihre Knochenmineraldichte häufig höher ist als bei Menschen ohne Diabetes. Eine aktuelle Analyse deutet nun darauf hin, dass auch langfristige Veränderungen […]
Mehr erfahren zu: "Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin" Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin Verständigungsprobleme können zu verzögerten Diagnosen oder fehlerhaften Behandlungen führen. Mit neuen Modulen im Pflichtcurriculum schließt die Universitätsmedizin Würzburg eine Lücke im Medizinstudium und vermittelt Kompetenzen für kultursensible Kommunikation.
Mehr erfahren zu: "Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie" Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie Ein internationales Forschungsteam hat neue genetische Risikofaktoren identifiziert, die mit dem Fibromyalgie-Syndrom in Verbindung stehen. Sie liefern wichtige Hinweise für ein besseres Verständnis der Erkrankung.