Verbesserte Diagnostik von Herzfehlern bei Ungeborenen13. Oktober 2023 Die hohe Bildqualität hilft, noch exaktere Diagnosen zu stellen. Die werdenden Eltern können somit besser zu nachgeburtlichen Behandlungsmöglichkeiten beraten werden. (Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg) Eine technische Erweiterung der fetalen Magnetresonanztomographie macht die vorgeburtliche Diagnostik von angeborenen Herzfehlern am Universitätsklinikum Heidelberg noch präziser und erlaubt eine genauere Beurteilung der Organfehlbildungen und bessere Behandlungsplanung nach der Geburt. Üblicherweise erfolgt die vorgeburtliche Diagnose von Herzfehlern mit einer Ultraschalluntersuchung des noch ungeborenen Kindes. Oftmals reicht diese Methode jedoch für eine präzise Diagnose nicht aus. Dank der Unterstützung durch Spendengelder konnte das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) jetzt ein Zusatzgerät, einen Doppler-Ultraschall-Sensor erwerben, der eine Synchronisation der Magnetresonanztomographie(MRT)-Aufnahmen mit dem Herzschlag des Ungeborenen ermöglicht. Dieses neue Verfahren ergänzt die bisherigen Methoden und kann besonders bei unklaren Diagnosen die Qualität der Bildgebung und damit der Beurteilung der Schwere der Herzfehler deutlich verbessern. Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Organfehlbildungen des Menschen und stellen weltweit eine wesentliche Ursache der Säuglingssterblichkeit dar. „Die vorgeburtliche Diagnose und die darauf aufbauende Therapie haben immenses Potenzial, die Sterblichkeit der Neugeborenen zu reduzieren. Daher ist es wichtig, zusätzliche Verfahren zu entwickeln, um angeborene Herzfehler noch vor der Geburt verlässlicher zu entdecken. Der neue MRT-taugliche Doppler-Ultraschall-Sensor, der seit Beginn des Jahres in unserer Klinik eingesetzt wird, reduziert Bildartefakte, die durch die Bewegungen des Kindes entstehen, und erhöht so die Qualität der MRT-Aufnahmen des fetalen Herzens. Ein großer Dank geht an die großzügigen Spender, die betroffenen Familien nun zu mehr Gewissheit verhelfen“, sagte Prof. Matthias Gorenflo, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler am UKHD. „Die hohe Bildqualität hilft uns, noch exaktere Diagnosen zu stellen. Die werdenden Eltern können somit besser zu nachgeburtlichen Behandlungsmöglichkeiten beraten werden. Zudem können die erforderlichen Therapiemaßnahmen frühzeitig geplant werden“, ergänzte PD Dr. Alexander Kovacevic, Oberarzt der Klinik für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler am UKHD. Das für die fetalen Herz-MRT-Untersuchungen zuständige interdisziplinäre Team am UKHD besteht aus Spezialisten der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler, der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie.
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