Verbesserung des Tuberkulose-Screenings in abgelegenen Gebieten4. Dezember 2019 Foto: © Zerbor/Adobe Stock Jedes Jahr sterben weltweit 1,5 Millionen Menschen an Tuberkulose (TB). In abgelegenen Gebieten ist die Diagnose und die Behandlung besonders schwierig. Nun hat das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) zusammen mit internationalen Partnern den Start des 4-jährigen TB TRIAGE+ Projekts angekündigt. TB TRIAGE+ wird neue diagnostische Ansätze evaluieren, um die aktive Fallsuche von TB-Patienten in abgelegenen Gebieten im südlichen Afrika effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Das Projekt wird von der European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) finanziert. TB ist nach wie vor die Infektionskrankheit, die weltweit am meisten Todesfälle fordert. Vor allem in schwer zugänglichen Gebieten bleibt die Diagnose und Behandlung von TB eine große Herausforderung. In Gebieten mit hohem Vorkommen wird ein Drittel der Patienten nie diagnostiziert. Um diese Patienten zu finden, zu diagnostizieren und zu behandeln, führen mehrere Länder aktive Fallsuchkampagnen durch. Während solcher Kampagnen wird die Bevölkerung nach Symptomen gefragt, die auf TB hinweisen, und, wenn sie positiv sind, mit einem molekularen Sputumtest, dem Xpert MTB/RIF, getestet. „Es ist arbeitsintensiv und kostspielig, jede Person, die unspezifische TB-Symptome aufweist, mit Xpert MTB/RIF zu testen, zumal die meisten Personen nicht an TB erkrankt sind“, sagt Klaus Reither, Leiter der Einheit Clinical Research am Swiss TPH und Projektleiter von TB TRIAGE+. „Eine viel effizientere und kostengünstigere Methode wäre es, zuerst einen Triage-Test durchzuführen, um Menschen auszuschließen, die höchstwahrscheinlich nicht TB haben. Der molekulare Test müsste dann nur noch bei den übrigen Personen durchgeführt werden.“ Das TB TRIAGE+ Projekt wird die Genauigkeit, Wirkung und Kosteneffizienz neuer Fallsuch-Methoden auf Gemeindeebene eruieren, um potenzielle Tuberkulosepatienten besser zu triagieren. Das Herzstück von TB TRIAGE+ ist eine groß angelegte, Cluster-randomisierte klinische Studie in den ländlichen Gemeinden Lesotho und KwaZulu-Natal in Südafrika, die stark von TB- und HIV-Epidemien betroffen sind. TB TRIAGE+ wird vom EDCTP mit 3,19 Millionen Euro finanziert und beginnt am 1. Januar 2020. Neuartige Röntgenanalyse und Blutmarker zur Untersuchung von Patienten „Ziel der Hauptstudie von TB TRIAGE+, an der 35.000 Menschen teilnehmen werden, ist es, eine geeignete Triage-Methode zu identifizieren, die den Zugang zu Diagnose und Behandlung verbessert und die Diagnosekosten substantiell reduziert“, sagt Reither. Einerseits wird das Projekt die automatisierte Röntgenanalyseplattform (CAD4TB) testen, die innerhalb von Sekunden erkennen kann, ob es Anzeichen einer Lungen-TB gibt. „CAD4TB hat sich zu einem Hochdurchsatz-Screening-Tool entwickelt, das viele Menschen in kurzer Zeit auf TB testen kann. In Kombination mit einem tragbaren Röntgengerät werden wir die Röntgenbilder auch in den entlegensten Gebieten durchführen und analysieren können“, so Reither. Andererseits wird der Test auf C-reactives Protein auf sein Potenzial für die Triagierung überprüft. In der Studie werden beide Tools mit dem aktuellen Behandlungsstandard verglichen. Neben der großen klinischen Studie will TB TRIAGE+ auch eine Reihe von Forschungsfragen im Zusammenhang mit Triage-Tests und der aktiven TB-Fallsuche beantworten. Das Projekt wird auch Forschungskapazitäten und neue Netzwerke für zukünftige Forschungsprojekte aufbauen. Swiss TPH leitet TB TRIAGE+ in Zusammenarbeit mit SolidarMed (Lesotho/Schweiz), dem Human Sciences Research Council (Südafrika), dem Institute of Tropical Medicine in Antwerpen (Belgien), dem Radboud University Medical Center, Nijmegen (Niederlande), der Charité Universitätsmedizin Berlin (Deutschland) und dem Universitätsspital Basel (Schweiz).
Mehr erfahren zu: "Streit um Finanzierung von Vivantes-Kliniken – Klage abgewiesen" Streit um Finanzierung von Vivantes-Kliniken – Klage abgewiesen Das Land Berlin kann dem Klinikverband Vivantes Sonderzahlungen gewähren. Das wollte ein Bündnis anderer Kliniken verhindern. Das Verwaltungsgericht hat nun ein Urteil gefällt.
Mehr erfahren zu: "Mit Sack und Pack und Patienten: München Klinik Harlaching zieht um" Mit Sack und Pack und Patienten: München Klinik Harlaching zieht um Die München Klinik Harlaching zieht in diesen Tagen mitsamt Patienten und technischem Gerät im laufenden Betrieb in ihren Neubau und steht damit vor einer logistischen Herausforderung, wie das Krankenhaus betont.
Mehr erfahren zu: "Neuer therapeutischer Ansatz: Stoffwechsel-Schalter gegen Lungenkrebs" Neuer therapeutischer Ansatz: Stoffwechsel-Schalter gegen Lungenkrebs Einen vielversprechenden Mechanismus zur Bekämpfung von Lungenkrebs hat ein internationales Forschungsteam identifiziert. Im Mittelpunkt standen der Stoffwechsel der Krebszellen und die Voraussetzungen dafür.