Verletzungen von Kindern im Sport – der Unterschied zum Erwachsenen19. November 2020 Bild: master1305, AdobeStock Jedes Jahr verunfallen rund 300.000 Kinder und Jugendliche beim Sport. Bei jedem Achten wird eine stationäre Aufnahme für mindestens eine Nacht erforderlich. Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hat erklärt, welche Probleme dabei im Vordergrund stehen. Laut GOTS muss grundsätzlich zwischen akuten Verletzungen und Überlastungsschäden unterschieden werden. Je nach Sport gebt es unterschiedliche sportartspezifische Verletzungsmuster und je nach Beanspruchung in der ausgeübten Sportart lasse sich ein höheres oder niedrigeres Verletzungsrisiko abschätzen. “Grundsätzlich ist das Verletzungsrisiko in Sportarten mit Gegnerkontakt (die meisten Ballsportarten und Kampfsportarten) erhöht, ebenso in Sportarten, die mit hohem Tempo ausgeübt werden (z.B. alpiner Skilauf). Im Schulsport passieren mehr als 50 Prozent der Verletzungen bei Ballsportarten. Gehäuft finden sich Hand- und Fingerverletzungen beim Basketball, Handball und Volleyball sowie Fuß bzw. Sprunggelenkverletzungen beim Fußball”, erklärt die Fachgesellschaft. Der Unterschied zum Erwachsenen Gegenüber Verletzungsstatistiken im Erwachsenenalter ereigneten sich bei Kindern deutlich weniger Muskel-, Sehnen- und Bandverletzungen. Bei Kindern komme es in rund einem Drittel der Fälle zu Frakturen, zwei Drittel betreffen die obere Extremität, so die GOTS weiter. “Auch, wenn der kindliche Bewegungsapparat – je jünger er ist – ein erhebliches Korrekturpotenzial aufweist und es nach Frakturen häufig zu Spontankorrekturen kommt, ist darauf zu achten, dass der Körper eine O-Beinstellung besser korrigiert als eine X-Beinstellung”, betonen die Experten. Schwachstelle Wachstumsfuge „Der Bewegungsapparat weist durch die noch offenen Wachstumsfugen, insbesondere im Bereich der Apophysen, eine Schwachstelle auf, die entweder akut oder auch durch chronische Belastung geschädigt werden kann. Auch die gelenknahen Epiphysen sind verletzungsanfällig und können je nach Schädigung zu dauerhaften Problemen führen. Wird eine Wachstumsfuge direkt durch ein Trauma verletzt, kann es zu einem frühzeitigen Verschließen von Teilen der Wachstumsfuge kommen, woraus sich ein Fehlwachstum mit Achsabweichung ergeben kann. Eine engmaschige Kontrolle einer verletzten Wachstumsfuge ist erforderlich, um möglichst frühzeitig ein Fehlwachstum zu diagnostizieren“, erklärt Prof. Holger Schmitt, Vorsitzender des GOTS- Komitees Kindersportorthopädie. Nach Angaben der Fachgesellschaft können gerade auch im Leistungssport auftretende immer wiederkehrende gleichförmige Impulse auf Wachstumsfugen durch intensives Training Einfluss auf deren Wachstumsverhalten haben. Stauchende Belastungen scheinen einen eher hemmenden Einfluss zu haben, exzentrische Belastungen eher einen stimulierenden. “So wird bei Turnern eher ein frühzeitiger Verschleiß der körperfernen Wachstumsfuge der Speiche mit Verkürzung des Unterarmes beobachtet, bei Tennisspielern eher eine Stimulierung mit Verlängerung des Schlagarmes”, berichtet die GOTS. Auch die Wirbelsäule des Kindes könne auf intensive sportliche Belastungen reagieren. Neben isolierten Wirbelkörperaufbaustörungen würden stärkere Kyphosewinkel bei sportlich Aktiven beobachtet, auch wenn keine pathologischen Winkel resultieren.
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