Verschlusskrankheit, Revaskularisation und Amputation bei Typ-2-Diabetes28. April 2025 © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine aktuelle Studie untersuchte Trends bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK), Revaskularisation der unteren Extremitäten (LE) und Amputation der unteren Extremitäten bei Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes (T2D). Denn obwohl die Inzidenz von LE-Komplikationen in den letzten Jahrzehnten bei Menschen mit T2D deutlich zurückgegangen ist, bleibt das Risiko für pAVK, Revaskularisierung und Amputation bei Diabetespatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht. Als Datenbasis dienten dänische Patienten, die zwischen 1996 und 2015 eine T2D-Diagnose erhalten hatten. Die Patienten wurden bis 2020 nachbeobachtet und alters- und geschlechtsangepasst mit bis zu 3 Personen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen. Als Endpunkte diente die 5-Jahres-Kumulative Inzidenz von pAVK, LE-Revaskularisierung und LE-Amputation. Die alters- und geschlechtsbereinigten HRs (aHRs) berechneten die Wissenschaftler mittels Cox-Regression. Die Studienkohorte umfasste 349.454 Patienten mit T2D (53% Männer, medianes Alter 62 Jahre) und 1.025.054 Personen aus der Allgemeinbevölkerung. Unter Patienten mit Diabetes kam es zwischen 1996–2000 und 2011–2015 zu einem Rückgang der 5-Jahres-kumulativen Inzidenz der pAVK (von 6,2% auf 3,4%; aHR 0,55; 95%-KI 0,52–0,57), LE-Revaskularisierung (von 0,8% auf 0,6%; aHR 0,80; 95%-KI 0,71–0,90) und LE-Amputation (von 1,0% auf 0,4%; aHR 0,45; 95%-KI 0,40–0,51). Die Amputationen der unteren Extremitäten nahmen während des Studienzeitraums in allen Bereichen ab (Hüfte/Oberschenkel, Knie/Unterschenkel und Knöchel/Fuß/Zehe). In der Allgemeinbevölkerung blieb die 5-Jahres-kumulative Inzidenz stabil (1,2–1,5% für pAVK, ca. 0,4% für LE-Revaskularisierung und ca. 0,2% für LE-Amputation). Allerdings waren die relativen Raten aller Ereignisse in den Jahren 2011–2015 bei Patienten mit Diabetes 2- bis 3-mal höher als bei vergleichbaren Personen ohne Diabetes. FazitObwohl die Inzidenz von LE-Komplikationen in den letzten Jahrzehnten bei Menschen mit T2D deutlich zurückgegangen ist, bleibt das Risiko für pAVK, Revaskularisierung und Amputation bei Diabetespatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht. (hsp) Autoren: Gyldenkerne C et al. Korrespondenz: Christine Gyldenkerne; [email protected]Studie: Trends in Peripheral Artery Disease, Lower-Extremity Revascularization, and Lower-Extremity Amputation in Incident Type 2 Diabetes: A Danish Population-Based Cohort StudyQuelle: Diabetes Care 2025 Jan 1;48(1):76–83. Web: https://doi.org/10.2337/dc24-1644
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