Versorgung chronischer Wunden teils mangelhaft – ließe sich aber verbessern9. Juli 2018 © Henrik Dolle – fotolia.com Fast 900.000 Menschen leiden in Deutschland an einer chronischen Wunde. Wie gut ihr Leiden behandelt wird, hängt oft von ihrem Wohnort, den Fachkenntnissen der behandelnden Ärzte und der Versorgung mit den richtigen Verbandmitteln ab. Die Qualität der Behandlung ist nicht überall in Deutschland gleich. „Die Versorgungslücke ist da“, sagt Dr. Wolfgang Paul Tigges, Gefäßchirurg und Chefarzt des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg. Chronische Wunden würden zurzeit oft nur unzureichend therapiert. Um dies zu ändern, hat sich der „Expertenrat Zukunft der Wundversorgung“ gegründet. Er ist auf Anregung des Deutschen Wundrats und der Initiative Chronische Wunden nach dem 3. Wunddialog des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) entstanden. Die interdisziplinär und interprofessionell besetzte Arbeitsgruppe hat bereits erste Empfehlungen dazu erarbeitet, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und Berufe verbessert werden könnte. So ließen sich bestehende Strukturprobleme bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden durch eine gute Vernetzung, verstärkte Netzwerkbildung und “standardisierte leitliniengerechte Prozesse” lösen. Beispiele dafür biete die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, konkrete Anregungen für eine Verbesserung der flächendeckenden, strukturierten und qualifizierten Wundversorgung in Deutschland zu geben. Der Expertenrat setzt sich aus ärztlichen und pflegerischen Wundspezialisten, Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung, Krankenkassen, Politik, der medizinischen und pflegerischen Fachgesellschaften sowie der Medizintechnologie zusammen.
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