Experimentelle Studie: Erhöhte Darmpermeabilität könnte Lebensmittelallergien verstärken31. Juli 2026 Abbildung/KI-generiert: Sukon/stock.adobe.com In einer kürzlich publizierten Studie haben deren Autoren festgestellt, dass Veränderungen des Darmmikrobioms bei Mäusen mit einer erhöhten Darmdurchlässigkeit („Leaky Gut“) sowie mit einer zunehmend starken Lebensmittelallergie in Zusammenhang standen. Für seine Untersuchungen, deren Ergebnisse im „Journal of Immunology“ veröffentlicht wurden, beobachtete das US-amerikanische Forschungsteam zwei Gruppen von Mäusen mit Unterschieden bezüglich ihrer Darmmikrobiota. Als bei den Mäusen eine Lebensmittelallergie ausgelöst wurde, entwickelte die eine Gruppe nur leichte allergische Reaktionen (beurteilt anhand geringerer Diarrhoe), während die andere Gruppe schwerere Reaktionen zeigte. Bei den Mäusen mit stärkerer Diarrhoe stellte man zudem eine erhöhte Darmpermeabilität fest. Zunahme von Th2-Zellen , Abnahme von Tregs Bei Mäusen mit schwereren Lebensmittelallergien beobachteten die Forschenden außerdem einen Anstieg von Immunzellen, die allergische Reaktionen auslösen (Th2-Zellen), sowie einen Rückgang von Immunzellen, die spezifisch für Lebensmittelallergien sind und Immunreaktionen hemmen (Tregs). Interessanterweise ließ sich bei den Mäusen mit ursprünglich weniger ausgeprägten Lebensmittelallergien die Entwicklung schwererer Symptome feststellen, wenn sie gemeinsam mit den Mäusen der anderen Gruppe gehalten wurden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich das Darmmikrobiom der Mäuse mit leichteren allergischen Reaktionen dahingehend veränderte, dass es jenem der Gruppe mit schweren Reaktionen ähnelte. Zudem zeigten diese Tiere eine erhöhte Darmpermeabilität sowie eine Veränderung im Gleichgewicht der an der allergischen Reaktion beteiligten Immunzellen. Dies deutet laut den Forschenden darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen dem „Leaky-Gut-Syndrom“, dem Darmmikrobiom und der Reaktion des Immunsystems auf Lebensmittelallergien besteht. Darmmikrobiom beeinflusst spezifische Immunzellen „Im Grunde haben wir gesehen, dass spezifische Immunzellen, die bei Lebensmittelallergien eine Rolle spielen, von Darmmikroben beeinflusst wurden, was wiederum Auswirkungen auf die Lebensmittelallergie selbst hatte“, fasst Dr. Alexa Weingarden zusammen. Die Assistenzprofessorin für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung an der University of Minnesota School of Medicine (USA) ist Hauptautorin der Studie. „Zu verstehen, wie sich diese für Lebensmittelallergien spezifischen Immunzellen unter verschiedenen Bedingungen – etwa in Abhängigkeit von der Darmmikrobiota – verändern, könnte neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Lebensmittelallergien liefern.“ Weingarden ergänzt: „Es gibt noch vieles, das wir nicht wissen, doch diese Ergebnisse eröffnen neue Wege zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Darmgesundheit, Immunzellen und Allergien. Zu den Fragen, die wir zu klären hoffen, gehören: Welche Bakterien sind tatsächlich für die Unterschiede bei den allergischen Reaktionen verantwortlich, und wie wirkt sich eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms auf die für Lebensmittelallergien spezifischen Immunzellen aus?“ (ac)
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