Verwendung von Nikotinersatztherapien in der Schwangerschaft

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Eine internationale retrospektive Kohortenstudie hat kein eindeutig erhöhtes Risiko für schwere kongenitale Fehlbildungen (MCMs) des Fetus ergeben, wenn werdende Mütter im ersten Trimenon ihrer Schwangerschaft Nikotinersatztherapien (NRTs) oder Vareniclin einsetzen, um rauchfrei zu bleiben.

Die Wissenschaftler hatten Daten aus 4 Ländern (Australien, Neuseeland [NZ], Norwegen, Schweden; Geburten aus dem Zeitraum 2001–2020) zusammengetragen und in Metaanalysen zusammengefasst. Daten aller Geburten in New South Wales (NSW; Australien), NZ, Norwegen und Schweden wurden mit Daten zu verschriebenen Medikamenten, Krankenhauseinweisungen, ambulanten Patienten und Todesfällen verknüpft. Die Nachbeobachtung endete am 31. Dezember 2021, die Daten wurden zwischen August und Oktober 2023 ausgewertet. Die Basiskohorte umfasste 391.474 Säuglinge von 267.522 Frauen, die im ersten Trimenon geraucht hatten oder 90 Tage vor der Empfängnis oder im ersten Trimenon eine medikamentöse Raucherentwöhnungstherapie (Nikotinersatztherapie [NRT], Vareniclin oder Bupropion) erhalten hatten.

Die Gabe von NRT, Vareniclin und Bupropion überlappte sich im ersten Trimenon. Nicht exponierte Säuglinge stammten von Frauen, die rauchten, aber 90 Tage vor der Empfängnis und im ersten Trimenon keine medikamentöse Therapie erhielten. Die Studienautoren wendeten ein Neigungsscore-Matching (1:10) an.

Die in die Untersuchung eingeschlossenen Mütter waren zum Zeitpunkt der Geburt im Mittel 27,2 (SD 6,0) Jahre alt. Die Forschenden nahmen 9325 Säuglinge (NSW, NZ) in die Auswertung auf, die gegenüber einer NET exponiert gewesen waren. Bei 3031 Säuglingen (NSW, NZ, Norwegen und Schweden) hatten die Mütter eine Behandlung mit Vareniclin erhalten und bei 1042 (NSW, NZ) Säuglingen eine mit Bupropion. Im Vergleich zu Säuglingen, deren Mütter während der Schwangerschaft keine der Behandlungen erhalten hatten, wurden keine Unterschiede in der Prävalenz von MCMs insgesamt nach NET-Behandlung (37,6 vs. 34,4 pro 1000 Lebendgeburten; adjustiertes relatives Risiko [aRR] 1,10; 95%-KI 0,98–1,22), Vareniclin (32,7 vs. 36,6; aRR 0,90; 95%-KI 0,73–1,10) oder Bupropion beobachtet (35,5 vs. 38,8; aRR 0,93; 95%-KI 0,67–1,29).

NRT-Analysen resultiertem im Vergleich zu keiner Exposition in keinem Unterschied, wenn es um das Risiko für MCMs des Herzens, der Extremitäten, der Geschlechtsorgane, der Nieren/Harnwege, der Atemwege und orofazialen Spalten ging. Festgestellt wurde allerdings ein höheres Risiko für MCMs der Verdauungsorgane (3,8 vs. 2,5 pro 1000 Lebendgeburten; aRR 1,53; 95%-KI 1,05–2,23; p=0,41 nach Anpassung für Mehrfachvergleiche). Die Auswertungen für Vareniclin ergaben keine Unterschiede im Risiko für MCMs des Herzens, der Extremitäten und der Genitalien, jedoch ein höheres Risiko für MCMs der Nieren/Harnwege (11,5 vs. 4,2 pro 1000 Lebendgeburten; aRR 2,75; 95%-KI 1,42–5,34; p=0,09 nach Anpassung für Mehrfachvergleiche). Die Ergebnisse für andere MCMs erwiesen sich als zu ungenau. Für Bupropion waren die Daten zu spärlich, um das Risiko von MCM-Untergruppen abzuschätzen, wie die Autoren berichten.

Fazit
Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie deuten darauf hin, dass durch die pränatale Anwendung von Nikotinersatztherapie (NRT) und Vareniclin im Vergleich zum Rauchen im ersten Trimester kein eindeutig erhöhtes Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen besteht. (ac)

Autoren: Tran DT et al.
Korrespondenz: Duong D. Tran; [email protected]
Studie: Risk of Major Congenital Malformations Following Prenatal Exposure to Smoking Cessation Medicines
Quelle: JAMA Intern Med 2025;185(6):656–667.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2025.0290