Vestibulospinale Kontrolle: Einfluss des Hörens nachgewiesen28. Dezember 2018 Foto: © C. Schüßler – Fotolia.com Die vestibulospinale Kontrolle basiert auf multisensorischer Interaktion. Neben vestibulären, propriozeptiven und visuellen Informationen scheinen auch auditorische Reize eine wichtige Rolle zu spielen. Ziel einer kürzlich in „HNO“ publizierten Arbeit war es, den Einfluss des Hörens auf die vestibulospinale Koordination zu untersuchen sowie ein tiefergehendes Verständnis über die Mechanismen audiovestibulärer Interaktion zu erhalten. Mittels ultraschallbasierter Cranio-Corpo-Graphie (CCG) wurden bei gesunden Probanden mit normalem Gehör im Unterberger‑Fukuda-Tretversuch die längenmäßige Abweichung, die Winkelabweichung und die Rotation jeweils mit und ohne frontaler Beschallung mit einem Geräusch erfasst. Darüber hinaus wurde der subjektiv empfundene Einfluss des Geräusches mit den objektiven Testergebnissen verglichen. Unter frontaler Geräuschbeschallung zeigte sich sowohl in der längenmäßigen Abweichung (Mittelwert mit Geräusch: 66,9 cm ± 33,5 Standardabweichung; Mittelwert ohne Störgeräusch: 77,0 cm ± 32,7 Standardabweichung; p < 0,001) als auch beim Rotationswinkels (Mittelwert mit Geräusch: 14,2 Grad ± 10,1 Standardabweichung; Mittelwert ohne Geräusch: 28,3 Grad ± 20,2 SD; p < 0,001), dass ein signifikanter Nutzen unter auditorischem Input nachweisbar ist; in der Winkelabweichung konnte kein signifikanter Unterschied (Mittelwert mit Geräusch: 29,1 Grad ± 33,5 Standardabweichung, Mittelwert ohne Störgeräusch: 30,0 Grad ± 34,0 Standardabweichung; p = 0,641) festgestellt werden. Bei seitenspezifischer Analyse ohne Geräusch kam es zu einer positiven Korrelation zwischen der Winkelabweichung und dem Rotationswinkel. Die Korrelationen zwischen der subjektiven Einschätzung des Geräuscheinflusses und den objektiv gemessen Testergebnissen rangierte zwischen 43 % und 63 %, abhängig von der Frage und dem Endpunkt. Die Autoren ziehen aus ihren Ergebnissen das Fazit, dass Hören einen deutlich positiven Einfluss auf die vestibulospinale Kontrolle hat; dies gelte besonders unter längenmäßiger Abweichung sowie dem Winkel der Rotation. (am)
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