Anzeige EXPERTENINTERVIEW8. Juni 2021 Prof. Dr. med. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg „Viele Patienten legen Wert auf hohe Sehqualität und wünschen zusätzlich mehr Brillenunabhängigkeit sowie kontinuierliches Sehen – genau dort setzt Vivity® an“ Lieber Herr Prof. Auffarth, Sie haben als einer der ersten deutschen Ophthalmologen die presbyopiekorrigierende AcrySof® IQ Vivity® implantiert. Was überzeugt Sie an diesem neuen Optik-Konzept? Auffarth: Allgemein gewinnt eine hohe Sehqualität zunehmend an Bedeutung. Zwar können wir heute mit diffraktiven trifokalen IOL eine sehr hohe Sehquantität – also eine hohe Brillenunabhängigkeit über den gesamten Sehbereich von fern bis nah – erreichen. Dies geht allerdings mit visuellen Nebeneffekten wie Halo und Glare einher. Viele Patienten legen heute aber eben vor allem Wert auf eine hohe Sehqualität und wünschen zusätzlich mehr Brillenunabhängigkeit im Alltag. Dabei liegt der Fokus häufig auf dem Fern- und Intermediärbereich, weil die meisten Menschen sehr mobil sind und vorwiegend an Handy, Tablet, E-Reader oder Computer lesen – ein guter Nahvisus zum Lesen sehr kleiner Schrift spielt daher oftmals nur eine untergeordnete Rolle. Genau hier setzt Vivity® an: Durch ihre Optik mit der X-Wave™-Technologie bietet sie eine hohe Sehqualität und gleichzeitig eine erweiterte Tiefenschärfe. Klinische Studien haben gezeigt, dass Vivity® einen sehr guten Fernvisus liefert, der dem einer asphärischen, monofokalen IOL vergleichbar ist (Abb). Auch visuelle Nebeneffekte treten nur in einem vergleichbar geringen Umfang auf wie mit einer asphärischen Monofokallinse. Darüber hinaus bietet Vivity® zusätzlich noch einen durchgehend kontinuierlich erweiterten Sehbereich bis hin zu einem funktionalen Nahvisus. Hinzu kommt der Vorteil der bewährten AcrySof®-Plattform, für die uns über 25 Jahre klinische Erfahrung und optimierte IOL-Konstanten vorliegen und die sich durch eine niedrige Nachstarrate sowie eine hohe refraktive Stabilität auszeichnet. Binokulare Defokuskurven der AcrySof® IQ Vivity® mit X-Wave™-Technologie und der monofokalen AcrySof® IQ im Vergleich. *6-Monats-Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten, multizentrischen klinischen Studie mit 152 Patienten, die bilateral mit der AcrySof® IQ Vivity® Extended Vision IOL versorgt, und 118 Patienten, die mit der AcrySof® IQ IOL versorgt wurden. Wie zufrieden sind Ihre Vivity®-Patienten mit ihrem Sehvermögen? Auffarth: Insgesamt bestätigen sich nach unserer Erfahrung die Ergebnisse der klinischen Studien auch im klinischen Alltag, d.h. die Patienten erreichen eine hohe Sehqualität und kommen im Alltag sowohl im Zimmer als auch Draußen in der Regel ohne Brille aus. Je nach Charakter benötigen einige sogar in der Nähe keine Brille mehr. Dies gilt umso mehr bei leichter Monovision. Dementsprechend sind unsere Patienten natürlich sehr zufrieden mit der Vivity®-IOL, vermutlich auch, weil dieser kontinuierlich erweiterte Sehbereich als „normales Sehen“ wahrgenommen wird. Dabei ist gemäß dem Motto „underpromise & overdeliver“ eine ganz wesentliche Voraussetzung für hohe Zufriedenheit, die Patienten vorab darüber aufzuklären, eine Lesebrille zu benötigen – denn dann sind sie glücklich, wenn dies nur in der Hälfte der Zeit oder gar seltener erforderlich ist. Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Erreichen der Zielrefraktion, damit der erweiterte Sehbereich auch vollumfänglich für den Patienten nutzbar ist. Diesbezüglich ist es natürlich vorteilhaft, dass für die AcrySof®-Plattform optimierte IOL-Konstanten vorliegen und eine präzise Kalkulation ermöglichen, sowie die Tatsache, dass eine torische Version der Vivity® zur Astigmatismuskorrektur verfügbar ist und gute Ergebnisse liefert. Zudem könnte ich mir aufgrund der Optik-Technologie sowie unseren Daten von der optischen Bank zufolge gut vorstellen, dass die Vivity® eine gewisse refraktive Toleranz aufweist und möglicherweise auch einen Restastigmatismus in gewissem Umfang toleriert. Das hätte natürlich einen Vorteil für das unkorrigierte Sehen. Diesbezüglich sind weitere Studien erforderlich und ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Was berichten Ihre Vivity®-Patienten hinsichtlich visueller Nebeneffekte wie z.B. Halos oder Glare? Auffarth: Spontan hat sich bislang keiner unserer Vivity®-Patienten von sich aus über Halos oder Glare beschwert. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass wir nicht explizit nachfragen und die Patienten weder den Vergleich mit einer Monofokallinse noch mit einer diffraktiven Trifokallinse kennen. Auch mit Monofokallinsen können visuelle Nebeneffekte in geringem Umfang auftreten, werden aber insbesondere von Kataraktpatienten der Regel nicht wahrgenommen. Interessanter wird das beim refraktiven Linsentausch. Diesbezüglich ist der Fall eines jungen, 36-jährigen Patienten erwähnenswert, der aufgrund unilateraler Katarakt infolge myotoner Dystrophie Typ 1 mit der Vivity®-IOL versorgt wurde. Die natürliche Linse des anderen Auges war nach wie vor klar und voll akkommodationsfähig. Insgesamt ging das gut miteinander einher, der Patient bemerkte kaum einen Unterschied zwischen den beiden Augen und berichtete selbst auf Nachfrage nur einen sehr geringen Level an visuellen Nebeneffekten.1 Welche Empfehlungen können Sie zur Kalkulation der Vivity® geben? Auffarth: Die Entscheidung für eine Vivity® hängt ganz klar von den Erwartungen des Patienten an die Sehqualität und den Nahvisus ab. Möchte der Patient unbedingt auch in der Nähe ohne eine Brille auskommen, so stellt nach wie vor eine Trifokallinse wie z.B. die PanOptix® die einzige Option dar. Bei Patienten, die mit ihrer Lesebrille gut zurechtkommen, möglicherweise ohnehin selten kleine Schrift lesen müssen und großen Wert auf hohe Sehqualität legen, implantieren wir bevorzugt Vivity®. Hinzu kommen noch die Patienten mit dem Wunsch nach mehr Brillenunabhängigkeit, die aus medizinischen Gründen nicht mit einer Trifokallinse versorgt werden können, bei denen man aber eine Vivity® erwägen kann. Dazu zählen z.B. Patienten mit stabiler diabetischer Stoffwechsellage ohne retinopathische Veränderungen oder auch Patienten mit gut kontrolliertem Glaukom. Dabei ist es wichtig, diese Erkrankungen, d.h. den Blutzucker oder den Augeninnendruck weiterhin gut zu kontrollieren.Auch bei sehr diskreten Makulaveränderungen ist die Implantation einer Vivity® nach entsprechender Aufklärung denkbar, während bei Pseudoexfoliationssyndrom oder instabiler Zonula davon Abstand genommen werden sollte. Bei welchen Patienten setzen Sie Vivity® bevorzugt ein und warum? Auffarth: Die Entscheidung für eine Vivity® hängt ganz klar von den Erwartungen des Patienten an die Sehqualität und den Nahvisus ab. Möchte der Patient unbedingt auch in der Nähe ohne eine Brille auskommen, so stellt nach wie vor eine Trifokallinse wie z.B. die PanOptix® die einzige Option dar. Bei Patienten, die mit ihrer Lesebrille gut zurechtkommen, möglicherweise ohnehin selten kleine Schrift lesen müssen und großen Wert auf hohe Sehqualität legen, implantieren wir bevorzugt Vivity®. Hinzu kommen noch die Patienten mit dem Wunsch nach mehr Brillenunabhängigkeit, die aus medizinischen Gründen nicht mit einer Trifokallinse versorgt werden können, bei denen man aber eine Vivity® erwägen kann. Dazu zählen z.B. Patienten mit stabiler diabetischer Stoffwechsellage ohne retinopathische Veränderungen oder auch Patienten mit gut kontrolliertem Glaukom. Dabei ist es wichtig, diese Erkrankungen, d.h. den Blutzucker oder den Augeninnendruck weiterhin gut zu kontrollieren.Auch bei sehr diskreten Makulaveränderungen ist die Implantation einer Vivity® nach entsprechender Aufklärung denkbar, während bei Pseudoexfoliationssyndrom oder instabiler Zonula davon Abstand genommen werden sollte. Wie hat sich die Versorgung mit Presbyopie-korrigierenden IOL durch die Einführung der Vivity® in ihrer Praxis verändert? Auffarth: Wie eingangs schon erwähnt, spielt die Sehqualität auch bei der Presbyopiekorrektur eine zunehmend wichtige Rolle. Innovative Optik-Technologien wie z.B. Vivity® bieten uns nun die Möglichkeit, auch Patienten zu mehr Brillenunabhängigkeit zu verhelfen, die großen Wert auf eine hohe Sehqualität und einen guten Fernvisus legen. Auf einen Blick – AcrySof® IQ Vivity® IOL Presbyopiekorrigierende IOL mit X-WaveTM-Technologie2 Nicht-diffraktive, wellenfrontmodulierende Optik erzeugt kontinuierlich erweiterten Sehbereich 2-4 Patienten erreichen ausgezeichneten Fernvisus sowie sehr guten Intermediärvisus für brillenunabhängiges Arbeiten an Computer, Tablet oder Smartphone 3,4 Funktioneller Nahvisus für alltägliche Aktivitäten im Nahbereich; unter 50 cm kann eine leichte Nahbrille nötig sein 3,4 Störende visuelle Nebeneffekte wie Halos oder Glare treten in nur ähnlich geringem Umfang auf wie bei Monofokallinsen 3,4 In Kombination mit Blended Monovision bietet Vivity® die Chance auf vollständige Brillenunabhängigkeit Patienten erreichen hohe Sehqualität in allen Lichtbedingungen 3,4 Sehr gute Option für Patienten mit Wunsch nach mehr Brillenunabhängigkeit, die hohe Ansprüche an ihre Sehqualität haben aus medizinischen bzw. psychologischen Gründen nicht für eine diffraktive Trifokal- oder EDOF-IOL geeignet erscheinen Geringer Aufwand für Patientenaufklärung und postoperative Nachsorge mit Vivity® entspricht nahezu dem bei Monofokallinsen Basiert auf bewährter AcrySof®-IOL Plattform – für hohe intraokulare Stabilität, niedrige Nachstarrate und zuverlässigem Schutz vor energiereichem Licht 5-10 Auch als torische Variante (derzeit T2-T6) erhältlich – mit bewährt hoher Rotationsstabilität der AcrySof® IQ Toric-Plattform8 Referenzen 1. Baur I, et al. Am J Ophthalmol Case Rep 2021;22:101109. 2. Alcon Data on File, US Patent 9968440 B2, May 15, 2018. 3. Alcon data on File. TDOC-0055576 29-Mar-19. 4. Alcon Data on File. TDOC-0055575. 09-Apr-2019. 5. Lane S et al. J Cataract Refract Surg 2019;45:501–506. 6. Ursell PG et al. Eye (Lond) 2018;32:1579–1589. 7. Thom H et al. PloS one 2019;14: e0220498. 8. Lee BS et al. Ophthalmol 2018;125:1325-1331. 9. García-Domene C et al. Optom Vis Sci 2018;95:1129-1134. 10. Pipis A et al. Eur J Ophthalmol 2015; 25:128–133. Mit freundlicher Unterstützung der Alcon Deutschland GmbH www.de.alcon.com Prof. Dr. med. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg Binokulare Defokuskurven der AcrySof® IQ Vivity® mit X-Wave™-Technologie und der monofokalen AcrySof® IQ im Vergleich. *6-Monats-Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten, multizentrischen klinischen Studie mit 152 Patienten, die bilateral mit der AcrySof® IQ Vivity® Extended Vision IOL versorgt, und 118 Patienten, die mit der AcrySof® IQ IOL versorgt wurden.
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