Vitamin D könnte bei Linderung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie helfen19. Juni 2020 Vitamin D könnte die Nebenwirkungen einer Chemotherapie mindern. (Foto: © University of South Australia) Bei einer Chemotherapie-bedingten gastrointestinalen Mukositis könnte die Einnahme von Vitamin D helfen, berichten Wissenschaftler von der University of South Australia in einer neuen Studie. In ihrer Untersuchung machten Dr. Andrea Stringer und Cyan Sylvester unter den begrenzten Optionen für dieses Problem Vitamin D und Probiotika als die vielversprechendsten aus. „Wir wissen bereits, dass Vitamin D bei der Absorption von Calcium hilft, doch die neuen Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass es auch bei der Chemotherapie-induzierten intestinalen Mukositis eine wichtige Rolle spielen kann“, erklärt Sylvester, Hauptautor der Studie. „Sowohl der Schweregrad als auch das Voranschreiten verschiedener gastrointestinaler Erkrankungen wie des Reizdarm-Syndroms oder des Kolorektalkarzinoms steht mit einem Vitamin-D-Mangel in Zusammenhang. Es scheint, dass Vitamin D dazu beiträgt Entzündungen zu unterdrücken und dass es die Funktion der T-Zellen, die die Immunität verstärken, fördert.“ Es wird zudem angenommen, dass Vitamin D die Wirksamkeit bestimmter Anti-Krebs-Medikamente verbessert. Die Forscher arbeiten nun an Möglichkeiten, die Aktivität von Vitamin D im Darm als praktikablere Möglichkeit zur Behandlung der gastrointestinalen Mukositis zu verbessern. „Wir wissen definitiv, dass Vitamin D mehr kann, als bei der Aufnahme von Calcium zu helfen, doch wir müssen seine Aktivität im Darm besser verstehen und optimieren, bevor wir 100 Prozent sicher sein können, dass es sich als Behandlungsoption bei der gastrointestinalen Mukositis eignet“, erklärt Stringer. „Wir untersuchen den Effekt einer verstärkten Vitamin-D-Aktivität im Darm sowohl in Bezug auf die Reduktion von Schäden als auch im Hinblick auf eine Minimierung von Veränderungen in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms, die durch Chemotherapeutika verursacht werden.“ Auch für Präbiotika gibt es Evidenz, dass sie das Ausmaß von Diarrhoe und abdominalen Schmerzen verringern, doch konnten Forscher bislang keinen direkten Effekt von Probiotika auf die Darmfunktion bestimmen, der die genannten Nebenwirkungen während und nach einer Krebsbehandlung reduziert.
Mehr erfahren zu: "Darmkrebs mit Lebermetastasen: Wer hat den wahrscheinlichsten Nutzen von einer adjuvanten Chemotherapie?" Darmkrebs mit Lebermetastasen: Wer hat den wahrscheinlichsten Nutzen von einer adjuvanten Chemotherapie? Ein Bluttest könnte in Zukunft dabei helfen, Patienten mit in die Leber metastasiertem Darmkrebs zu identifizieren, die nach einer Operation mit der höchsten Wahrscheinlichkeit von einer Chemotherapie profitieren. Das zeigen […]
Mehr erfahren zu: "Eosinophile Ösophagitis: Ein Viertel der Betroffenen zeigt eine Besonderheit der Gelenke" Eosinophile Ösophagitis: Ein Viertel der Betroffenen zeigt eine Besonderheit der Gelenke Die eosinophile Ösophagitis (EoE) kann sich bei Kleinkindern und Jugendlichen sowie im mittleren Lebensalter manifestieren. Forschende vom Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital in Chicago (USA) haben nun einen […]
Mehr erfahren zu: "Änderungen bei Gesundheits-Sparpaket in Sicht" Änderungen bei Gesundheits-Sparpaket in Sicht Die Koalition will die immer höheren Milliardenausgaben für die Gesundheitsversorgung unter Kontrolle bringen. Für ein dazu geplantes Spargesetz kommen auf der Zielgeraden noch einige Nachjustierungen.