Vitamin-D-Supplementierung: Kein erhöhtes Darmkrebsrisiko25. Mai 2021 © Antonioguillem – stock.adobe.com (Symbolbild) Verschiedene ernährungsbedingte Faktoren werden mit der Genese eines kolorektalen Karzinoms (KRK) in Verbindung gebracht, darunter auch Vitamin D, wobei dessen genaue Rolle noch unklar ist. Im Rahmen der Vitamin-D- und OmegA-3-Präventionsstudie (VITAL) wurde nun in einer Zusatzstudie der Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf das Risiko für kolorektale Adenome und serratierte Polypen analysiert. In der VITAL-Studie wurden 25.871 Erwachsene ohne Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (12.786 Männer ab 50 Jahren und 13.085 Frauen ab 55 Jahren) zufällig Gruppen zugewiesen, die täglich Nahrungsergänzungsmittel (2000 IU Vitamin D3 und 1 g marine n-3-Fettsäure) oder Placebo erhielten. Adenome und serratierte Polypen wurden durch Auswertung der histopathologischen Daten jener TeilnehmerInnen bestätigt, die eine Polypen-Diagnose erhalten hatten und nach <5 Jahren zu einer erneuten Koloskopie zurückkehrten. Während eines medianen Follow-ups von 5,3 Jahren traten 308 Fälle von Adenomen bei 12.927 Teilnehmern in der Vitamin-D-Gruppe und 287 Fälle bei 12.944 Teilnehmern in der Placebo-Gruppe auf (OR der Assoziation einer Vitamin-D-Supplementierung mit Adenomen: 1,08; 95%-KI 0,92–1,27). Es gab 172 Fälle von serratierten Polypen in der Vitamin-D-Gruppe und 169 Fälle in der Placebo-Gruppe (OR der Assoziation von Vitamin-D-Supplementierung mit serratierten Polypen: 1,02; 95%-KI 0,82–1,26). Dabei war die Supplementierung nicht mit der Größe, Lage, Anzahl oder den histologischen Merkmalen der Polypen assoziiert. Außerdem wurden Hinweise auf eine Wechselwirkung zwischen der Vitamin-D-Supplementierung und dem Serumspiegel von 25HydroxyVitamin D3 (25-OH-D3) gefunden, der bei 15.787 Teilnehmern zu dem Zeitpunkt der Randomisierung gemessen wurde. Bei Serumspiegeln von 25-OH-D3 <30 ng/ml betrug die assoziierte OR für ein Adenom 0,82 (95%-KI 0,60–1,13), während bei 25-OH-D3-Serumspiegeln >30 ng/ml die OR bei 1,20 (95%-KI 0,92–1,55) lag (p=0,07). Fazit Die Studienautoren ziehen aus diesen Ergebnissen das Fazit, dass eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung (2000 IU) nicht mit einem Risiko für kolorektale Krebsvorstufen assoziiert ist. (je) Autoren: Song M et al. Korrespondenz: Mingyang Song; [email protected] Studie: No Association Between Vitamin D Supplementation and Risk of Colorectal Adenomas or Serrated Polyps in a Randomized Trial Quelle: Clin Gastroenterol Hepatol 2021;19(1):128–135. Web: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2020.02.013
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