Vitamin-D-Supplementierung: Kein erhöhtes Darmkrebsrisiko

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Verschiedene ernährungsbedingte Faktoren werden mit der Genese eines kolorektalen Karzinoms (KRK) in Verbindung gebracht, darunter auch Vitamin D, wobei dessen genaue Rolle noch unklar ist.

Im Rahmen der Vitamin-D- und OmegA-3-Präventionsstudie (VITAL) wurde nun in einer Zusatzstudie der Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf das Risiko für kolorektale Adenome und serratierte Polypen analysiert.

In der VITAL-Studie wurden 25.871 Erwachsene ohne Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (12.786 Männer ab 50 Jahren und 13.085 Frauen ab 55 Jahren) zufällig Gruppen zugewiesen, die täglich Nahrungsergänzungsmittel (2000 IU Vitamin D3 und 1 g marine n-3-Fettsäure) oder Placebo erhielten. Adenome und serratierte Polypen wurden durch Auswertung der histopathologischen Daten jener TeilnehmerInnen bestätigt, die eine Polypen-Diagnose erhalten hatten und nach <5 Jahren zu einer erneuten Koloskopie zurückkehrten.

Während eines medianen Follow-ups von 5,3 Jahren traten 308 Fälle von Adenomen bei 12.927 Teilnehmern in der Vitamin-D-Gruppe und 287 Fälle bei 12.944 Teilnehmern in der Placebo-Gruppe auf (OR der Assoziation einer Vitamin-D-Supplementierung mit Adenomen: 1,08; 95%-KI 0,92–1,27). Es gab 172 Fälle von serratierten Polypen in der Vitamin-D-Gruppe und 169 Fälle in der Placebo-Gruppe (OR der Assoziation von Vitamin-D-Supplementierung mit serratierten Polypen: 1,02; 95%-KI 0,82–1,26). Dabei war die Supplementierung nicht mit der Größe, Lage, Anzahl oder den histologischen Merkmalen der Polypen assoziiert.

Außerdem wurden Hinweise auf eine Wechselwirkung zwischen der Vitamin-D-Supplementierung und dem Serumspiegel von 25­Hydroxy­Vitamin D3 (25-OH-D3) gefunden, der bei 15.787 Teilnehmern zu dem Zeitpunkt der Randomisierung gemessen wurde. Bei Serumspiegeln von 25-OH-D3 <30 ng/ml betrug die assoziierte OR für ein Adenom 0,82 (95%-KI 0,60–1,13), während bei 25-OH-D3-Serumspiegeln >30 ng/ml die OR bei 1,20 (95%-KI 0,92–1,55) lag (p=0,07).

Fazit
Die Studienautoren ziehen aus diesen Ergebnissen das Fazit, dass eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung (2000 IU) nicht mit einem Risiko für kolorektale Krebsvorstufen assoziiert ist. (je)

Autoren: Song M et al.
Korrespondenz: Mingyang Song; [email protected]
Studie: No Association Between Vitamin D Supplementation and Risk of Colorectal Adenomas or Serrated Polyps in a Randomized Trial
Quelle: Clin Gastroenterol Hepatol 2021;19(1):128–135.
Web: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2020.02.013