Vitamin-D-Supplementierung zur Vorbeugung akuter Atemwegsinfektionen?

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Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021 mit 37 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zur Vitamin-D-Supplementierung für die Vorbeugung akuter Atemwegsinfektionen (ARI) zeigte eine statistisch signifikante schützende Wirkung der Intervention (OR 0,92; 95%-KI 0,86–0,99). In einer aktualisierten Metaanalyse, die 6 weitere RCTs umfasst, ergab sich eine ähnliche Punktschätzung für die Gesamtwirkung einer Vitamin-D-Supplementierung auf das ARI-Risiko wie zuvor, aber das 95%-KI umfasst nun 1,00, was auf keinen statistisch signifikanten Schutz hinweist.

Die Wissenschaftler durchsuchten das Cochrane Central Register of Controlled Trials, MEDLINE, EMBASE, Web of Science und ClinicalTrials.gov zwischen dem 1. Mai 2020 und dem 30. April 2024 nach doppelt verblindeten RCTs mit einer Vitamin-D-Supplementierung über beliebige Dauer, die Placebo oder niedriger dosiertes Vitamin D als Kontrolle nutzen. Studien galten als geeignet, wenn sie von einer Ethikkommission genehmigt und die Inzidenz von ARI prospektiv und vorab als Wirksamkeitsendpunkt erfasst worden war.

Die Wissenschaftler führten Subgruppenanalysen durch, um zu bestimmen, ob die Wirkung von Vitamin D auf das ARI-Risiko je nach Ausgangskonzentration von 25-Hydroxyvitamin D (25[OH]D), dem Dosierungsschema oder Alter variierte. Die Forscher identifizierten 6 neue RCTs. Daten von 16.085 Teilnehmer aus 3 der neuen RCTs wurden mit Daten von 48.488 Teilnehmern aus 43 RCTs der vorherigen Metaanalyse kombiniert.

Im primären Vergleich von Vitamin D versus Placebo beeinflusste die Intervention das ARI-Risiko insgesamt nicht statistisch signifikant (OR 0,94; 95%-KI 0,88–1,00; p=0,057; 40 Studien; 61.589 Teilnehmer; I2=26,4%). Vorgegebene Subgruppenanalysen zeigten keine Hinweise auf eine Modifikation des Effekts durch Alter, Vitamin-D­Status zu Beginn, Dosierungshäufigkeit oder Dosisgröße. Vitamin D beeinflusste auch nicht den Anteil der Teilnehmer, die ≥1 schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis erlitten (OR 0,96; 95%-KI 0,90–1,04; 38 Studien; I2=0,0%). Ein Funnel-Plot zeigte eine nach links geneigte Asymmetrie.

Fazit
In der aktualisierten Metaanalyse, die 6 weitere RCTs umfasst, ergab sich eine ähnliche Punktschätzung für die Gesamtwirkung einer Vitamin-D-Supplementierung auf das ARI-Risiko wie zuvor, aber das 95%-KI umfasst nun 1,00, was auf keinen statistisch signifikanten Schutz hinweist. (hsp)

Autoren: Jolliffe DA et al.
Korrespondenz: David A. Jolliffe; [email protected]
Studie: Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: systematic review and meta-analysis of stratified aggregate data
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2025 Apr;13(4):307–320.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(24)00348-6