Vorhofflimmern bei Patienten mit medikamentenfreisetzenden Stents: DOAK-Monotherapie versus Kombinationsbehandlung

In ADAPT AF-DES war die DOAK-Monotherapie einer Kombinationsbehandlung mit Clopidogrel bei Vorhofflimmer-Patienten mit Medikamente-freisetzendem Stent nicht unterlegen. (Symbolfoto: ©Ocskay Mark/stock.adobe.com)

Trotz Leitlinienempfehlungen gibt es nach wie vor nur begrenzte Belege für den Einsatz einer Monotherapie mit direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) nach Implantation eines medikamentenfreisetzenden Stents (DES). Das sollte die klinische Studie ADAPT AF-DES ändern.

In der multizentrischen, offenen Nichtunterlegenheitsstudie war die DOAK-Monotherapie hinsichtlich der Nettozahl unerwünschter klinischer Ereignisse einer Therapie in Kombination mit dem Thrombozytenaggregationshemmer Clopidogrel nicht unterlegen. Im Gegenteil war sie sogar mit einem niedrigeren Risiko für den primären kombinierten Endpunkt assoziiert. Die Studienergebnisse erschienen im „New England Journal of Medicine“.

Randomisierter Vergleich von DOAK-Monotherapie und Kombination mit Clopidogrel

ADAPT AF-DES wurde mit 960 VHF-Patienten in Südkorea durchgeführt, die mindestens ein Jahr zuvor ein DES erhalten hatten (mittleres Alter 71,1 Jahre; 21,4 % weiblich). Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 der DOAK-Monotherapie (n=482) oder einer Kombinationstherapie (DOAK plus Clopidogrel; n=478) zugewiesen. Der primäre Endpunkt war die Nettozahl unerwünschter klinischer Ereignisse (Kompositum aus Gesamtsterblichkeit, Myokardinfarkt, Stentthrombose, Schlaganfall, systemische Embolie oder schwere Blutungen bzw. klinisch relevante nicht schwere Blutungen) nach zwölf Monaten. Die Nichtunterlegenheitsmarge betrug 3,0 Prozentpunkte.

Weniger primäre Endpunktereignisse mit DOAK-Monotherapie

Nach zwölf Monaten war ein primäres Endpunktereignis bei 46 Patienten (Kaplan- Meier-Schätzung 9,6 %) in der Monotherapiegruppe und bei 82 Patienten (Kaplan-Meier-Schätzung 17,2 %) in der Kombinationstherapiegruppe aufgetreten. Das entspricht einer absoluten Differenz von -7,6 Prozentpunkten (95,2 %-KI -11,9 bis -3,3; p<0,001 für Nichtunterlegenheit) und einer HR von 0,54 (95,2 %-KI 0,37–0,77; p<0,001 für Überlegenheit).

Schwere Blutungen oder klinisch relevante nicht schwere Blutungen traten bei 25 Patienten (5,2 %) in der Monotherapiegruppe und bei 63 Patienten (13,2 %) in der Kombinationstherapiegruppe auf (HR 0,38; 95 %-KI 0,24–0,60).

(ah/BIERMANN)