Vorhofflimmern bei Übergewichtigen: Katheterablation schlägt Lifestyle-Modifikation plus Antiarrhythmika

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Kann bei adipösen Patien­ten mit Vorhofflimmern (VHF) eine Katheterablation umgangen werden, indem stattdessen Lifestyle-Modifikationen sowie eine Behandlung mit Antiarrhythmika vorgenommen werden?

Neue Daten schreiben dem interventionellen Vorgehen bzgl. der Freiheit von VHF nach einem Jahr eine Überlegenheit zu – obwohl es in der Gruppe mit Lebensstiländerung zu deutlichen metabolischen Verbesserungen kam. Die Ergebnisse der Studie PRAGUE-25 erschienen im „Journal of the American College of Cardiology“.

Katherterablation versus Lebensstilmodifikation plus Antiarrhythmika

An der Studie nahmen 203 Patienten (Alter 60±9 Jahre; 31,5 % weiblich) mit paroxysmalem (55,7 %) oder persistierendem VHF und einem Body-Mass-Index von 30–40 kg/m² (Durchschnitt 34,9±3,0 kg/m²) teil. Die verantwortlichen Mediziner wiesen sie randomisiert der Gruppe mit Katheterablation (n=100) oder Lebensstilmodifikation plus Antiarrhythmika (n=103) zu. Zur Detektion von VHF führten die Forscher bei allen Patienten im Abstand von drei Monaten ein Holter-EKG über sieben Tage durch. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 23,5 Monate.

Katheterablation deutlich überlegen

Der primäre Endpunkt war die Freiheit von VHF (Abwesenheit von VHF-Episoden mit einer Dauer von >30 sec) in den ersten 12 Monaten nach Randomisierung. Dabei galten die ersten drei Monate als Blanking-Periode. Im Ergebnis verzeichneten die Mediziner bei 73 Prozent (95 %-KI 64,3–81,7) der Patien­ten in der Gruppe mit Katheterablation im ersten Jahr kein VHF. In der Gruppe mit Lebensstilmodifikation und Antiarrhythmika war das nur bei 34,6 Prozent (95 %-KI 25,3–43,9) der Fall (p=0,99 für Nicht­unterlegenheit; p=0,001 für Über­legenheit). Die Änderung des Lebensstils bewirkte im Vergleich zur Katheterablation eine deutliche Gewichtsreduktion (6,4±7,9 kg vs. -0,35±4,8 kg; p<0,001) sowie eine Senkung des HbA1c.

Die Studienautoren folgern, dass die Überweisung zur Katheterablation in dieser Bevölkerungsgruppe nicht verzögert werden sollte, bis der Patient abgenommen hat. Nichtsdestotrotz sei es wichtig für die Betroffenen, Gewicht zur verlieren, da mit der Gewichtsreduktion auch andere bedeutende Gesundheitsvorteile einhergehen, geben sie zu bedenken.

(ah/BIERMANN)