VRONI im Norden: Studie zur Früherkennung von Stoffwechselkrankheit in Niedersachen gestartet15. Februar 2024 Foto: © Ilja – stock.adobe.,com Dank der VRONI-Studie in Bayern wurden mehr als 180 Familien identifiziert, die von Familiärer Hypercholesterinämie betroffen sind. „VRONI im Norden“ knüpft an den Erfolg der Vorgängerstudie an und bietet nun auch Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen kostenlose Screenings. Rund eines von 250 Kindern in Deutschland wird mit der erblichen Stoffwechselkrankheit Familiärer Hypercholesterinämie (FH) geboren. Damit ist sie eine der häufigsten Erbkrankheiten. Betroffene können dabei das ungesunde LDL-Cholesterin nicht richtig abbauen, was unbehandelt zu Arteriosklerose, also einer Verkalkung der Blutgefäße führen kann. Die Folge kann – trotz eines ansonsten gesunden Lebensstils – bereits in jungen Jahren ein Herzinfarkt sein. Nur fünf Prozent der Fälle werden aber bislang in Deutschland entdeckt. Schon ein paar Tropfen Blut schaffen Gewissheit Dabei ist die Früherkennung ganz einfach, wie die VRONI-Studie in Bayern gezeigt hat. Eltern können seit 2021 am Deutschen Herzzentrum München und teilnehmenden Arztpraxen ihre Kinder auf FH testen lassen. Notwendig sind dafür nur wenige Tropfen Blut, die im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U9 bis J1 aus dem Finger entnommen werden. 17.000 Kinder und Jugendliche wurden so bereits getestet und mehr als 180 betroffene Familien identifiziert. Von diesen werden die meisten bereits leitliniengerecht behandelt, wodurch das Risiko auf schwere Herzkreislauferkrankungen auf ein normales Maß gesenkt werden kann. Studienmodell hält in Niedersachsen Einzug Wegen des ihres Erfolgs wird die Studie unter dem Namen „VRONI im Norden“ nun unter der Leitung des Kinder- und Jugendkrankenhauses Auf der Bult in Hannover fortgeführt. Unterstützung kommt vom Deutschen Herzzentrum München und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) LV Niedersachsen. Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren können dort und an teilnehmenden Arztpraxen in Niedersachsen ab sofort ein kostenloses FH-Screening erhalten. Prof. Olga Kordonouri, Ärztliche Direktorin am Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, erklärt: „Wenn die Untersuchung eine genetisch bedingte Familiäre Hypercholesterinämie bestätigt – oder aber auch auf gefährlich hohe Blutfettwerte ohne FH hinweist, beraten wir die betroffenen Kinder und ihre Familien ausführlich. Wir klären über die Therapie mit cholesterinsenkenden Medikamenten, aber auch über Lebensstil- und Ernährungsanpassungen auf.“ Ergebnisse sollen Weg für die Aufnahme in die Regelversorgung ebnen Die zusammengeführten Daten der beiden Studien sollen zeigen, dass FH bereits in jungen Jahren mit wenig Aufwand und geringen Kosten erkannt werden kann. Im besten Fall bieten die Daten die Grundlage dafür, dass das FH-Screening in die Regelversorgung aufgenommen wird. Dies wäre ein wichtiger Baustein, um die mangelhafte Früherkennung und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland zu verbessern. Darum wird die Studie als Projekt der Nationalen Herz-Allianz (https://herzmedizin.de/nationale-herz-kreislauf-strategie.html) von der Deutschen Herzstiftung, der Schwiete-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie gefördert.
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