Während Herz-OP: Sauerstoffüberwachung im Gewebe senkt nicht das Risiko von Komplikationen11. August 2025 Symbolfoto: ©Georgii/stock.adobe.com Eine internationale, multizentrische klinische Studie hat ergeben, dass der Einsatz moderner Technologien zur Überwachung der Sauerstoffwerte im Gewebe während einer Herzoperation das Risiko schwerer Komplikationen im Anschluss nicht verringert. Nach Herzoperationen kommt es häufig zu Komplikationen wie neurokognitive Veränderungen, Nierenschäden, Infektionen und Herzarrhythmen. Frühere Studien hatten angedeutet, dass eine unzureichende Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Gewebe bestimmter Organe während der Operation eine Ursache sein könnten. Einige Untersuchungen ließen vermuten, dass die Überwachung der Sauerstoffwerte helfen könnte, diese Risiken zu reduzieren, jedoch waren diese Studien limitiert und betrachteten nur einzelne Körperabschnitte. Randomisierte High-Tech-Überwachung während Herz-OP Die aktuelle Studie inkludierte fast 2000 ältere Erwachsene, die sich einer Koronararterien-Bypass-Operation ohne Herzlungenmaschine (Off-Pump) unterzogen. Die Hälfte der Patienten erhielt die Standardversorgung, während die andere Hälfte engmaschig mit einer Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) sowie einer Echtzeit-Überwachung von Herz- und Blutdruckdaten kontrolliert wurde. Die Studie stand unter Leitung des Anästhesiologen Prof. LZ Meng von der Indiana University School of Medicine (USA) und wurde in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlicht. Risiko für Komplikationen bleibt gleich Die Forscher hofften, dass ihr High-Tech-Ansatz helfen könnte, renale oder kardiale Komplikationen nach der Operation zu verhindern. Zwar half die Technologie dabei, die Sauerstoffwerte im Körper während des Eingriffs zu stabilisieren, jedoch führte sie insgesamt nicht zu weniger Komplikationen. Etwa 47 Prozent der Patienten in beiden Gruppen erlitten nach der Operation mindestens ein schwerwiegendes Problem. Hinweis auf weniger Lungenentzündungen Ein vielversprechender Befund der Studie ist, dass weniger Patienten in der High-Tech-Gruppe eine Lungenentzündung entwickelten (9,1 % vs. 12,4 %). Die Forscher betonten jedoch, dass dieser Unterschied zufällig entstanden sein könnte und weiterer Untersuchungen bedarf. „Diese Studie liefert uns wertvolle Erkenntnisse“, sagt Meng. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass mehr Technologie nicht immer besser ist. Wir müssen uns in zukünftigen Studien auf spezifische Probleme – wie zum Beispiel Lungenentzündungen – konzentrieren, um herauszufinden, wo diese Art von Überwachung tatsächlich die Patientenergebnisse verbessern kann.“
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