Waldbrandrauch erhöht Schlaganfallrisiko bei Senioren deutlicher als Feinstaub aus anderen Quellen1. September 2026 Symbolfoto: ©Tam/stock.adobe.com Eine aktuelle nationale Kohortenstudie an rund 25 Millionen Medicare-Versicherten aus den USA zeigt, dass eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 aus Waldbränden mit einem signifikant erhöhten Schlaganfallrisiko bei älteren US-Bürgern verbunden ist. Dabei offenbarten längere Beobachtungszeiträume eine noch stärkere Risikoassoziation. Die Studie wurde unter Leitung von Wissenschaftlern der Emory University in Atlanta durchgeführt und im „European Heart Journal“ publiziert. Unterscheidung von Feinstaub aus Waldbränden und aus anderen Umweltquellen Erstautor Hua Hao und Kollegen schlossen in die Untersuchung Medicare-Empfänger ab 65 Jahren aus dem Zeitraum von 2007–2018 ein. Zur Identifizierung von Schlaganfällen griffen die Forscher auf validierte Abrechnungsdaten zurück. Die Exposition gegenüber PM2,5 aus Waldbränden wurde mit einer Auflösung von 1 km2 mithilfe eines Machine-Learning-Modells geschätzt, das rauchspezifischen Feinstaub von anderen Umweltquellen unterscheiden kann. Stratifizierte Cox-Modelle dienten dazu, die HR pro Anstieg um 1 µg/m3 zu ermitteln, wobei meteorologische Faktoren, der sozioökonomische Status und die regionale Gesundheitsversorgung berücksichtigt wurden. Waldbrandspezifischer Feinstaub mit stärkerer Wirkung In der Studienpopulation wurden rund 2,9 Mio. Schlaganfälle verzeichnet. Die chronische Exposition gegenüber Waldbrandrauch war durchweg mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert: So war beispielsweise ein Anstieg der durchschnittlichen PM2,5-Konzentration über drei Jahre um nur 1 µg/m3 mit einem Risikoanstieg von 1,3 Prozent verbunden (HR 1,013; 95 %-KI 1,006–1,020). Bemerkenswerterweise erwiesen sich die Assoziationen für rauchspezifischen Feinstaub pro Belastungseinheit als generell stärker als für Feinstaub aus anderen Quellen. Politischer Handlungsbedarf Diese Befunde liefern nach Ansicht der Forscher großflächige Belege dafür, dass die chronische Belastung durch Waldbrandrauch ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt und gezielt das Schlaganfallrisiko im Alter erhöht. Die Studienautoren um Studienleiter Yang Liu heben hervor, dass ihre Ergebnisse die langfristigen Gesundheitsrisiken durch Waldbrände unterstreichen und politische Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition stützen – insbesondere zum Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen vor den Folgen der zunehmenden Waldbrandaktivität. (ah/BIERMANN)
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