Walter Frei-Preis für Prof. Wolfgang Baumgärtner27. Juni 2025 Prof. Roger Stephan, Dekan der Vetsuisse-Fakultät der UZH, verleiht den Walter Frei-Preis an Prof. Wolfgang Baumgärtner Foto: © Rektoratsdienst UZH Die Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich hat den Walter Frei-Preis 2025 an Prof. Wolfgang Baumgärtner verliehen. Sie zeichnet Baumgärtner damit für seine international anerkannte Forschung an tiermedizinisch relevanten neuropathologischen Erkrankungen und an Tiermodellen zahlreicher, oft zoonotischer Virusinfektionen aus. „Seine Arbeiten haben wesentlich dazu beigetragen, die Rolle der Veterinärpathologie im heutigen hochspezialisierten, aber auch interdisziplinären Forschungsumfeld neu zu definieren und zu festigen“, würdigte Dekan Prof. Roger Stephan den Preisträger in seiner Laudatio. Der Preis wurde Baumgärtner im Rahmen des Festaktes zum Dies academicus, mit dem die Universität Zürich ihren 192. Geburtstag feierte, verliehen.Die Forschungsschwerpunkte von Baumgärtner sind die Neuropathologie, Neuroimmunologie und Zelltransplantation, der Nachweis und die Pathogenese von Viruserkrankungen bei Haus- und Wildtieren sowie der Einsatz von Ersatz- und Ergänzungsmethoden in der Forschung. Außerdem ist er in der Coronavirus-Forschung aktiv. Sein Spektrum umfasst zudem die Erforschung von Krebserkrankungen bei Hunden und die Erforschung von Coxiella-burnetii-Infektionen bei Meeressäugern.Für Baumgärtner war die Auszeichnung mit dem Walter Frei-Preis eine freudige Überraschung: „Die prestigeträchtige Preisverleihung hat mich sehr erfreut und ich sehe sie als eine Wertschätzung meiner nationalen und internationalen Wahrnehmung, insbesondere auf europäischer Ebene als Forscher und Pathologe auf den Gebieten Neuropathologie, Pathogenese von Virusinfektionen und virus discovery im Rahmen meines wissenschaftlichen One-Health-One-Medicine-Konzeptes.“Baumgärtner leitete von 2002 bis 2023 das Institut für Pathologie an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und ist dort als Senior-Wissenschaftler und Pathologe weiterhin in der Forschung aktiv tätig. Er veröffentlichte 631 wissenschaftliche Publikationen, ist Herausgeber und Mitherausgeber der drei wichtigsten deutschen Bücher über Veterinärpathologie und ist als Gutachter für über 40 Fachmagazine aktiv. Baumgärtner ist Mitglied im Redaktionsbeirat und Berater von mehreren renommierten Fachzeitschriften, darunter Journal of Comparative Pathology, Kleintierpraxis, Tierärztliche Praxis, Veterinary Immunology and Immunopathology sowie Veterinary Pathology. Zudem hatte er verschiedene führende Funktionen im European College of Veterinary Pathologists und in der European Society of Veterinary Pathology inne.Für seine Verdienste in der tiermedizinischen Forschung erhielt Baumgärtner zahlreiche Auszeichnungen. So verlieh ihm im März 2023 die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Helsinki für seine langjährigen Verdienste in der Veterinärpathologie die Ehrendoktorwürde. Werdegang Baumgärtner studierte Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Für seine Doktorarbeit forschte er für zwei Jahre mit einem DAAD-Stipendium an der Ohio State University in Columbus, USA. Diese Arbeiten schloss er am Institut für Veterinär-Pathologie in Gießen ab. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Promotion arbeitete er zunächst in einer Kleintierpraxis, kehrte aber nach zwei Jahren mit einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekt für eine PhD-Arbeit nach Ohio zurück, die er im Jahr 1986 abschloss. Er verbrachte anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter eine erfolgreiche Zeit am Institut für Veterinär-Pathologie in Gießen, machte dort seinen Fachtierarzt für Pathologie sowie seine Habilitation in Allgemeiner Pathologie, Spezieller Pathologischer Anatomie und Histologie der Tiere. Baumgärtner wurde 1995 an die TiHo berufen, kehrte 1996 aber zunächst nach Gießen zurück, um dort eine Professur für Veterinärpathologie anzunehmen. Nach sechs Jahren erfolgte 2002 ein erneuter Ruf der TiHo, dieses Mal als Leiter des Instituts für Pathologie. Über den Walter Frei-Preis Der Walter Frei-Preis ist nach Professor Dr. Walter Frei, dem ehemaligen Direktor des Zürcher Instituts für Veterinärpathologie, benannt. Seit 1979 wird der Preis alle zwei bis drei Jahre durch die Walter-Frei-Stiftung an Persönlichkeiten für ihre herausragende, internationale Forschung auf dem Gebiet der Tiermedizin verliehen. Der Preisträger oder die Preisträgerin muss aus der Schweiz, aus Österreich, Deutschland, England, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland oder Holland stammen.
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