Zum World Liver Day 2026: Chronisch immunmediierte Hepatitis beim Hund19. April 2026 Abb. 1: Ultrasonographisches Bild der Leber: generalisiert hyperechogenes Parenchym mit hypoechogenen wenige Millimeter großen, mäßig gut abgrenzbaren Arealen. Aufn.: © Katrin Kremer/Tierklinik Hofheim Tierärzte IVC Evidensia GmbH Ein 9-jähriger Mischlingsrüde wurde mit persistierend erhöhten Leberenzymen und Gewichtsverlust in der Tierklinik Hofheim vorgestellt. Tierärztin Katrin Kremer beschreibt Diagnostik und Therapie eines Falles von chronisch immunmediierter Hepatitis. Bereits vier Monate zuvor waren bei dem Hund erhöhte Leberenzyme festgestellt worden, die sich im weiteren Verlauf verschlechterten. Zusätzlich zeigten sich inzwischen erniedrigte Leberfunktionsparameter, was auf eine fortschreitende hepatische Beeinträchtigung hinwies (Abb. 2). Die sonographische Untersuchung ergab ein inhomogenes Leberparenchym (Abb. 1). Abb 2: Laboruntersuchung bei Vorstellung: erhöhte Leberenzyme (ALT, AST), weniger ausgeprägte Erhöhung der cholestatischen Parameter (erhöhte AP & GGT) sowie erniedrigte Leberfunktionsparameter (Hypalbuminämie, Hypocholesterinämie, erniedrigter Harnstoff, Hypoglykämie) © Katrin Kremer/Tierklinik Hofheim Tierärzte IVC Evidensia GmbH Erste Maßnahmen Es wurde zunächst eine unterstützende Therapie mit hepatoprotektiven Präparaten (S-Adenosylmethionin, Mariendistel/Silymarin) sowie diätetischen Maßnahmen in Form einer Leberdiät (eiweißreduziert, fettarm, mit hochwertigen Proteinen und Antioxidantien) fortgeführt. Diagnostik der chronisch immunmediierten Hepatitis Zur weiterführenden Diagnostik wurde eine laparoskopische Leberbiopsie durchgeführt. Die bakteriologische Untersuchung von Leber- und Galleproben ergab keine Auffälligkeiten, ebenso lieferte die quantitative Bestimmung des Kupfergehalts keinen Hinweis auf eine Kupferspeichererkrankung. Auch die histopathologische Analyse zeigte weder Anzeichen für diese Form der Lebererkrankung noch für eine infektiöse Ursache. Stattdessen wurde eine chronische, teilweise fibrosierende Hepatitis diagnostiziert, die anhand der histopathologischen Befunde als chronisch immunmediierte Hepatitis eingeordnet werden kann und zu den häufigeren Ursachen chronischer Leberentzündungen beim Hund zählt. Charakteristisch für die chronisch immunmediierte Hepatitis sind eine lymphoplasmazelluläre Entzündung, apoptotische Hepatozyten sowie fibrotische Veränderungen bei fehlender identifizierbarer Ursache. Differentialdiagnostisch sollte diese Form der Hepatitis insbesondere von einer unspezifischen reaktiven Hepatitis sowie von medikamentös oder toxisch bedingten, neoplastischen, kupferspeicherassoziierten oder infektiösen Lebererkrankungen abgegrenzt werden. Therapie und Verlauf Die eingeleitete immunsuppressive Therapie mit Ciclosporin führte zu einer raschen klinischen und labordiagnostischen Verbesserung. Bereits drei Wochen nach Therapiebeginn zeigte der Patient eine deutliche Gewichtszunahme, begleitet von einer Normalisierung der Leberenzyme sowie der Leberfunktionsparameter (Abb. 3). Abb. 3: Laborkontrolle drei Wochen nach Beginn der Ciclosporintherapie © Katrin Kremer/Tierklinik Hofheim Tierärzte IVC Evidensia GmbH Der Fall unterstreicht die klinische Relevanz einer frühzeitigen und gezielten Diagnostik bei unspezifischen Symptomen wie Gewichtsverlust und veränderten Leberwerten. Insbesondere bei Verdacht auf immunvermittelte chronische Hepatitiden kann eine konsequente immunsuppressive Therapie zu einer signifikanten Verbesserung der Prognose beitragen. Tierklinik Hofheim: Das Wohl des Tieres steht im Mittelpunkt Die Tierklinik Hofheim ist eine der größten Kleintierkliniken Deutschlands. Durch ein umfangreiches Team von Spezialisten deckt die Klinik nahezu alle relevanten Teilgebiete der Kleintiermedizin ab ‒ und das auf höchstem tiermedizinischen Niveau. Seit August 2022 lautet der offizielle Betreiber der Tierklinik Hofheim „Tierärzte IVC Evidensia GmbH“. Die Tierklinik liegt in Hofheim am Taunus, nahe der A66 (Abfahrt Hofheim/Zeilsheim). Sie ist eine große Überweisungsklinik mit 24/7-Notfallambulanz.
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