DOC 2026 Warum sind viele Kataraktpatienten torisch immer noch unterversorgt?19. Juni 2026 Rupert Menapace (l.) und Peter Hoffmann (r.), beide Mitglieder der DOC-Programmkommission, zeichneten Georg Gerten für seine Keynote zu torischen IOL aus. Foto: Schulz/Biermann Medizin Diagnostik, Biometrie, operative Technik und refraktives Ergebnis sind in der modernen Linsenchirurgie eng miteinander verknüpft. Dies zeigte Georg Gerten (Köln) in seiner DOC-Keynote-Lecture „Entwicklung und Bedeutung torischer IOL“. Nach der Wiederherstellung der Transparenz und der Sphäre, so Gerten, sei die Zylinderkorrektur der nächste evolutionäre Schritt der Linsenchirurgie gewesen. Doch bis heute sei immer noch ein Anteil von rund 30 Prozent der Kataraktpatienten torisch unterversorgt. „Woran liegt das?“, fragte Gerten. Neben dem Aspekt der Zuzahlung respektive Erstattung seien vor allem das eigene Zutrauen in das Beherrschen der Methode und die aktive Patientenaufklärung die limitierenden Faktoren. Das praktische Vorgehen – step by step Um das Vertrauen ins eigene Können zu stärken, nahm Gerten das Auditorium mit auf den Weg des Vorgehens: Indikation, Messungen, Kalkulation, Markierung, Implantation und Nachkontrolle. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass die Torik eher ein Problem der Rotationsstabilität als der Optik gewesen sei. Um dies zu verdeutlichen, nannte er eine beeindruckende Zahl: Bereits eine Fehlrotation von etwa 30° führt zu einem Verlust von circa 100 Prozent der gewünschten Zylinderkorrektur. Tipps für den Weg der torischen Versorgung Für die Messung verwies Gerten auf die verfügbaren Geräte, die gute Daten lieferten, und auf die Bedeutung der Vorder- und Rückflächenmessung der Kornea. Die modernen Berechnungsformeln wertete er als gut für Standardaugen, Unterschiede ergäben sich aber je nach Formel bei Extremaugen. Gezielt ging er auch auf den Punkt Markierung ein. Hier sei es von Vorteil, den Vorgang nicht mehr in einem Schritt durchzuführen. Er empfahl, diesen Schritt zu unterteilen in das Aufsetzen des Markeurs einerseits und das Markieren andererseits. Für die Implantation gab er als Tipps mit auf den Weg, die Rhexis nicht zu groß anzulegen und die viskoelastische Substanz komplett zu entfernen. In Sachen Rotationsstabilität ging er näher auf die Optionen Kapselspannring und Anästhesieverfahren ein. Toric-App als Hilfestellung Sollten postoperativ seltsame Befunde auftreten, empfahl Gerten, zur möglichen Klärung die Toric-Rechner-App zu verwenden. Er verwies darauf, dass es sich noch um eine „Beta-Version“ handele. Daher bat er um weiteren Input von Kollegen, die diese App ausprobieren wollen. Diese App biete einen praxisnahen Überblick über die Auswirkungen einer Fehlrotation des Torus und über operative Möglichkeiten zur Korrektur einer solchen Fehlrotation. (dk/BIERMANN)
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