Weaning-Station am Universitätsklinikum Jena gestartet23. Dezember 2024 Auf der neuen Weaning-Station werden Patienten schrittweise von der Beatmung entwöhnt. (Foto: © Rodigast/UKJ) Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) begleiten auf einer neu eingerichteten Weaning-Station speziell ausgebildete Fachkräfte langzeitbeatmete Patienten bei der Entwöhnung vom jeweiligen Beatmungssystem. „Unsere neue Weaning-Station bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen unseren Intensivstationen und der außerklinischen Rehabilitation und steht für ein wichtiges Versorgungsangebot“, erklärt Pflegedienstleitung Norman Micka. Aktuell sind zwölf Pflegekräfte im Einsatz. „Wir tauschen uns wöchentlich gemeinsam in einem multiprofessionellen Teammeeting über unsere Patientinnen und Patienten aus, besprechen Wochenziele und auch mögliche Neupatienten. In den ersten Wochen hat sich das Team auf Station eingespielt“, erzählt Nicole Herrmann, pflegerische Leitung der Weaning-Station. Im Mittelpunkt stehen die Patienten mit ihrer individuellen Beatmungssituation, die an eine Beatmungsmaschine angeschlossen sind und in den meisten Fällen nach einem Luftröhrenschnitt eine Trachealkanüle tragen. Das erneute Erlernen der selbstständigen Atmung beschreiben die Mitarbeit als Prozess. „Im Idealfall erzielen wir schon nach wenigen Tagen Fortschritte, aber auch Rückschläge können dazu gehören. Man muss wissen, dass alles für die Patientinnen und Patienten auch sehr fordernd ist“, so Herrmann. Wie lange der Weg zum freien Atmen insgesamt dauert, hängt auch von der Dauer der Beatmung ab und ob noch eine pulmonale Komponente hinzukommt. Das Team der Station schaut hier individuell, ob bereits durch die feuchte Nase geatmet werden kann, also schon selbst Atemversuche unternommen werden. Das Besondere an der Station ist auch ein eigener Atmungstherapeut: Philipp Zeits übernimmt hier ein sehr breites Aufgabenspektrum. „Dieses reicht von der Planung und Umsetzung der übergeordneten Weaning-Strategie, angepasst an den Patienten, über Sekret- und Trachealkanülenmanagement, Lungenfunktionsdiagnostik, Atemmuskeltraining, Management von Schluckstörungen, Vermitteln von Atem- und Hustentechniken, bis hin zur Auswahl und Anpassung von Heimbeatmungsgeräten und Schulung von Patienten und Angehörigen im Umgang mit diesen, sollte ein Patient langfristig darauf angewiesen bleiben“, erklärt er. Damit arbeitet der Atmungstherapeut in den verschiedenen Facetten des Weanings sehr eng mit den vielen anderen Berufsgruppen zusammen und übt als erster Atmungstherapeut am UKJ auch eine interdisziplinär koordinierende Funktion aus. Um die Patienten außerdem in ihrem Tagesablauf zu unterstützen, gibt es eine individuelle Tafel neben dem Bett mit Ablaufplan und Bildern von Familien und nahestehenden Personen. Auch das Intensivtagebuch wurde für die Weaningstation übernommen. „Unsere Patientinnen und Patienten bekommen so zusätzlich die Möglichkeit, ihre Zeit auf Station festzuhalten und letztlich besser zu verarbeiten“, ergänzt Herrmann.
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