Welche Folgen hat eine nicht erkannte COPD?5. September 2017 © Sherry Young – fotolia.com Wie eine Arbeitsgruppe aus Dänemark in einer kürzlich veröffentlichten Studie bekräftigt, besitzen Personen mit einer nicht diagnostizierten, symptomatischen chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Exazerbationen und Pneumonien sowie ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Personen mit einer nicht diagnostizierten, asymptomatischen COPD hingegen haben lediglich ein erhöhtes Risiko für Exazerbationen und Pneumonien. Für eine prospektive Kohortenstudie wurden die Daten von 95.288 Personen im Alter von 20–100 Jahren aus der Copenhagen General Population Study analysiert. 32.518 (34%) von ihnen wurden im Hinblick auf eine COPD als Hochrisikopersonen betrachtet. Die Studienteilnehmer galten als ohne Diagnose, wenn weder ein vorheriger Krankenhauskontakt noch eine medikamentöse Behandlung aufgrund einer COPD registriert war. Von den Probanden mit einem hohen COPD-Risiko erfüllten 3699 (11 %) die Kriterien für eine COPD, 2903 (78 %) hatten bis dahin keine entsprechende Diagnose erhalten; davon wiederum wiesen 2052 (71 %) Personen keine Symptome auf. Während eines Nachbeobachtungszeitraumes, der im Median 6,1 Jahre dauerte (interquartiler Bereich [IQR] 4–9), wurden unter den 32.518 Personen mit hohem COPD-Risiko 800 Exazerbationen beobachtet sowie 2038 Fälle von Pneumonie und 2789 Todesfälle. 152 dieser Todesfälle gingen auf eine Atemwegserkrankung zurück. Im Vergleich zu den Personen ohne COPD lag die alters- und geschlechtsadjustierte Hazard Ratio (HR) unter Probanden mit nicht diagnostizierter, asymptomatischer COPD bei 5 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,8–8,9) für Exazerbationen, bei 1,7 (95 %-KI 1,3–2,2) für Pneumonie, bei 0,7 (95 %-KI 0,2–3,0) für Tod aufgrund pulmonaler Ursachen und bei 1,3 (95 %-KI 1,1–1,6) für Tod aufgrund jedweder Ursache. Bei Personen mit nicht diagnostizierter, symptomatischer COPD betrugen die entsprechenden HR 15,5 (95 %-KI 11–21,8) für Exazerbationen und 2,8 (95 %-KI 2,4–3,3) für Pneumonie sowie 4,3 (95 %-KI 2,8–6,7) für Tod aufgrund jedweder Ursache. Autoren: Çolak Y et al. Korrespondenz: Prof. Peter Lange, Department of Public Health, Section of Social Medicine, University of Copenhagen, 1015 Kopenhagen, Dänemark; [email protected] Studie: Prognosis of asymptomatic and symptomatic, undiagnosed COPD in the general population in Denmark: a prospective cohort study Quelle: Lancet Respir Med 2017;5(5):426–434. Web: thelancet.com/journals/lanres
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