Welche leberbezogenen Auswirkungen hat mäßiger Alkoholgenuss?15. April 2024 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Während starker Alkoholkonsum mit Lebererkrankungen assoziiert ist, sind die Effekte eines moderaten Alkoholkonsums weniger bekannt. Um einen Zusammenhang zwischen moderatem Alkoholkonsum und chronischen Lebererkrankungen zu bewerten, analysierten Wissenschaftler Fragebogen-Daten von 2629 derzeitigen Alkohol-Konsumenten aus der Framingham-Heart-Study zu ihrem Trinkverhalten. Die Teilnehmer unterzogen sich zudem einer transienten Elastographie, wobei eine Lebersteifigkeitsmessung (LSM) von ≥8,2 kPa eine Fibrose definierte. Als NASH-gefährdet galten Personen mit einem FAST(FibroScan-Aspartat-Aminotransferase)-Score von >0,35 (90% Sensitivität) oder ≥0,67 (90% Spezifität). Die Forschenden ermittelten die Korrelationen zwischen Alkoholkonsum und Fibrose und NASH, wobei sie soziodemografische und metabolische Faktoren berücksichtigten. In der Subanalyse wurden starke Trinker (Frauen: >14 alkoholischer Getränke/Woche; Männer: >21) ausgeschlossen. In dieser Stichprobe (Durchschnittsalter 54,4 ±8,9 Jahre; 53,3% Frauen) betrug der mittlere LSM-Wert 5,6 ±3,4 kPa, wobei 8,2% der Befragten eine Fibrose und 1,9% eine NASH nach FAST ≥0,67 und 12,4% eine NASH nach FAST >0,35 aufwiesen. Die Teilnehmer tranken 6,2 ±7,4 Getränke/Woche. Die Gesamtzahl der wöchentlichen Getränke und die Häufigkeit des Alkoholkonsums waren mit einem erhöhten Fibrose-Risiko assoziiert (adjustierte OR [aOR] 1,18; 95%-KI 1,04–1,33; bzw. aOR 1,08; 95%-KI 1,01–1,16). Riskanter wöchentlicher Alkoholkonsum, der in 17,4% der Fälle auftrat, war ebenfalls mit einer Fibrose assoziiert (aOR 1,49; 95%-KI 1,03–2,14). Nach Ausschluss von 158 starken Trinkern korrelierte die Gesamtzahl der Getränke/Woche mit einer Fibrose (aOR 1,16; 95%-KI 1,001–1,35), während mehrfacher Alkoholkonsum positiv mit FAST >0,35 assoziiert war. Fazit Diese Ergebnisse zeigen, dass ein moderater Alkoholkonsum nach Anpassung für metabolische Faktoren mit Fibrose und NASH assoziiert ist. Laut den Autoren seien nun weitere Studien erforderlich, um die Vorteile einer Verringerung des Alkoholkonsums auf die Senkung der leberbedingten Morbidität und Mortalität zu ermitteln. (bi) Autoren: Rice BA et al. Korrespondenz: Michelle T. Long; [email protected] Studie: Nonheavy Alcohol Use Associates With Liver Fibrosis and Nonalcoholic Steatohepatitis in the Framingham Heart Study Quelle: Clin Gastroenterol Hepatol 2023;21(11):2854–2863.e2. Web: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2022.10.039
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