Weltweite Krebslast im Zusammenhang mit Diabetes und hohem BMI

BMI
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Ein erheblicher Anteil von Krebserkrankungen lässt sich einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge auf einen Diabetes oder einen hohen Body-Mass-Index (BMI) zurückführen. Da die Prävalenz dieser beiden Risikofaktoren immer mehr zunehme, sollten sich die Anstrengungen von Medizinern und der Gesundheitspolitik darauf konzentrieren, optimale Maßnahmen im Hinblick auf Prävention und Screening – sowohl für die Bevölkerung insgesamt als auch für einzelne Patienten – zu finden und einzusetzen.

Die Autoren der aktuellen Untersuchung hatten für 175 Länder und das Jahr 2012 insgesamt 12 Krebs­erkrankungen beleuchtet. Als hoch galt ein BMI von mindestens 25 kg/m2. Für ihre Analyse verwendeten die Wissenschaftler umfassende Prävalenzschätzungen zu Diabetes und den BMI-Kategorien aus dem Jahr 2002 – ausgehend von der Vermutung, dass eine Krebserkrankung aufgrund von Diabetes und einem hohen BMI mit einer Verzögerung von etwa 10 Jahren auftritt. Die Forscher analysierten diese Daten in Kombination mit den relativen Risiken aus veröffentlichten Schätzungen, um zu quantifizieren, wie hoch der Beitrag von Diabetes und einem hohen BMI zu Lokalisations-spezifischen Krebserkrankungen ist.

Die Wissenschaftler errechneten, dass 5,7 % aller im Jahr 2012 neu aufgetretenen Krebsfälle auf einen kombinierten Effekt von einem ­Diabetes und einem hohen BMI als unabhängigen Risikofaktoren zurückzuführen waren. Dies entsprach 804.100 neuen Erkrankungen. 187.600 (24,5 %) von 766.000 Leberkrebsfällen und 121.700 (38,4 %) von 317.000 Endometriumkarzinom waren diesen Risikofaktoren zuzuschreiben. In einem konservativen Szenario (vollständige Überlappung von Diabetes und hohem BMI) wurden rund 4,5 % (629.000 neue Fälle) aller neu aufgetretenen Krebsfälle, die untersucht wurden, auf die Kombination von Diabetes und hohem BMI zurückgeführt. Für sich allein betrachtet, war ein hoher BMI (544.300 Fälle) für fast doppelt so viele Krebserkrankungen verantwortlich wie ein Diabetes (293.300 Fälle). 25,8 % der diabetesbezogenen Krebserkrankungen (entsprechend 75.600 neu aufgetretene Fälle) und 31,9 % der mit einem hohen BMI in Zusammenhang stehenden Krebs­erkrankungen (174.040 neue Fälle) waren auf Anstiege in der Prävalenz dieser Risikofaktoren im Zeitraum 1980–2002 zurückzuführen.

Fazit
Die Prävalenz der beiden Krebsrisikofaktoren Diabetes und hoher BMI nimmt zu. Präventions- und Vorsorgeuntersuchungen sollten weiter verbessert werden.

Autoren: Pearson-Stuttard J et al.
Korrespondenz: Dr. Jonathan Pearson-Stuttard, MRC-PHE, Imperial College London, London W2 1PG, Großbritannien; [email protected]
Studie: Worldwide burden of cancer attributable to diabetes and high body-mass index: a comparative risk assessment
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2018;6(6):e6–e15.
Web: www.thelancet.com/journals/landia