Weltweite Unterschiede bei der Diabetesdiagnose und -prävalenz

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Sowohl die Nüchternplasmaglukose- (Fasting Plasma Glucose, FPG) als auch die HbA1c-Werte werden beide zur Diabetesdiagnose verwendet, wobei diese Messungen unterschiedliche Personen als Diabetiker identifizieren können. Ein großes Forscherkonsortium (NCD Risk Factor Collaboration, NCD-RisC) hat nun Daten aus 117 bevölkerungsbasierten Studien verwendet und in verschiedenen Weltregionen die Prävalenz von diagnostiziertem Diabetes untersucht.

Im Vordergrund stand dabei auch insbesondere die Frage, ob Personen, bei denen zuvor kein Diabetes diagnostiziert worden war und die im Rahmen eines Screenings als Diabetiker erkannt wurden, einen erhöhten FPG-, HbA1c-Wert oder beides aufwiesen.

Für eine detaillierte Analyse entwickelten die Wissenschaftler spezifische Vorhersagegleichungen, um die Wahrscheinlichkeit zu schätzen, dass eine Person ohne zuvor diagnostiziertem Diabetes und mit einem bestimmten FPG-Spiegel einen erhöhten HbA1c-Wert aufweist und umgekehrt.

In die Analyse eingeschlossen wurden Daten, die mit einem probabilistischen Stichprobenverfahren mit einem definierten Stichprobenrahmen erhoben worden waren und aus Bevölkerungsstichproben auf nationaler, subnationaler oder kommunaler Ebene stammten sowie FPG- als auch der HbA1c-Werte beinhalteten.

Der altersstandardisierte Anteil von zuvor nichtdiagnostiziertem Diabetes, der im Rahmen von Erhebungen entdeckt wurde, reichte von 30% in der westlichen Region mit hohem Einkommen bis zu 66% in Südasien. Der altersstandardisierte Anteil derjenigen, bei denen im Screening mit einem der beiden Tests ein Diabetes festgestellt wurde, lag in allen Regionen zwischen 29 und 39%. Der Rest hatte entweder einen erhöhten FPG-Wert oder einen erhöhten HbA1c-Wert.

In den meisten Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen war ein isoliert erhöhter HbA1c-Wert häufiger als ein isoliert erhöhter FPG-Wert. In diesen Regionen kann die alleinige Verwendung des FPG die Diabetesdiagnose verzögern und die Diabetesprävalenz unterschätzen.

Fazit
Diese Prognoseverfahren können in naher Zukunft dabei helfen, die weltweiten Defizite bei der Diabetesdiagnose und -überwachung maßgeblich zu senken. (bi)

Autoren: Ezzati M.
Korrespondenz: Majid Ezzati; [email protected]
Studie: Global variation in diabetes diagnosis and prevalence based on fasting glucose and hemoglobin A1c
Quelle: Nat Med 2023;29(11):2885–2901.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-023-02610-2